Gefangen auf Tropen-Insel: Paar aus Nürnberg sitzt wegen Nahost-Konflikt auf Malediven fest

Nürnberg/Malé - Eigentlich klingt es wie ein Traum: wegen höherer Gewalt auf den Malediven festzusitzen. Genau das ist einer Studentin aus Nürnberg und ihrem Freund passiert – und es ist alles andere als ein Spaß.

Kommen vom Malediven-Urlaub nicht nach Hause: Noëlle (23, l.) und ihr Freund sind in den Tropen gefangen.  © vifogra / Ralph Goppelt

Noëlle Janin (23) und ihr Freund können die Tropenwelt der Koralleninseln nicht mehr verlassen, nachdem der Konflikt im Nahen Osten eskaliert ist. Auf dem Weg zum Flughafen sah alles noch danach aus, als könnten die beiden Glück haben. Eine Stunde später, gegen 16 Uhr, dann die Ernüchterung.

Das berichtet die junge Frau im Gespräch mit dem Pressedienst "Vifogra". Die Luftraumsperrungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten machten demnach die Abreise aus der Hauptstadt Malé unmöglich. Während offenbar andere Fluggesellschaften sich bemühen, ihren Kunden so gut es geht zu helfen, fühlt sich Janin völlig alleingelassen.

"Unsere Airline persönlich konnte man am Malé Flughafen nicht antreffen. Ich bin mehrmals hingegangen zu dem Flughafenpersonal und habe gesagt, ich möchte jetzt jemanden sprechen. Aber da war niemand mehr da", berichtet die 23-Jährige.

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Irgendwann lagen überall die Nerven blank: "Dann gab es auch schon wirklich Personen, die uns aggressiv angegangen sind, uns angeschrien haben, sogar handgreiflich geworden sind."

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Wenn alles gut läuft, kommen die beiden am Donnerstagabend in Deutschland an.  © vifogra / Ralph Goppelt

Das Paar entschied sich den Angaben nach für einen taktischen Rückzug, sucht sich ein Hotel. Umbuchen auf eine andere Airline war nicht mehr möglich, die eigene ist nicht erreichbar. Und das ist nur ein Teil der Probleme.

Das anstehende Blockseminar in Bayern mit Anwesenheitspflicht fällt für die Studentin wohl auch flach: "Auch für mein Auslandssemester habe ich am Mittwoch eine Pflichtveranstaltung, die ich eben auch nicht wahrnehmen kann."

Nicht nur kann sie außerdem aktuell kein Geld verdienen, die Kosten treibt es für das Paar auch nach oben. "Ich würde sagen, wir bewegen uns jetzt pro Person mittlerweile schon bei 2000 Euro."

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Die Flugpreise explodieren, Hotelkosten gehen nach oben, eine deutsche Botschaft gibt es auf den Malediven nicht, erzählt sie weiter.

Laut aktueller Lage könnten die beiden mit fünf Tagen Verspätung abreisen und am 5. März um 18 Uhr in Frankfurt landen. Falls nichts dazwischen kommt. Bis dahin versuchen sie ihr Zwangs-Tropen-Exil zu genießen.

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