Darum ist mutiger Helfer bei Aschaffenburg-Angriff jetzt zur Festnahme ausgeschrieben
Von Angelika Resenhoeft
Aschaffenburg - Er war ein mutiger Helfer bei der Verfolgung des Messerstechers von Aschaffenburg vor einem Jahr - ist aber nun zur Festnahme ausgeschrieben.
Der Grund: Der 31-Jährige ist seit dem Jahreswechsel ausreisepflichtig.
Bisher wissen die zuständigen Behörden in Unterfranken nicht, ob der Mann Deutschland wirklich verlassen hat.
Medienberichten zufolge ist dies so. Der Somalier habe sich allerdings nicht bei der Zentralen Ausländerbehörde abgemeldet, teilte die Regierung von Unterfranken in Würzburg mit.
"Für die Ausländerbehörde gibt es in solchen Fällen keine Möglichkeit, den tatsächlichen Aufenthaltsort - insbesondere im Ausland - aufzuklären", hieß es. "Es erfolgte jedoch eine Ausschreibung zur Festnahme."
Denn der 31-Jährige sei aufgrund seiner Ausreisepflicht nach Italien, wo er einen Aufenthaltstitel besitzt, mit einem Einreise- und Aufenthaltsverbot zu belegen.
"Im Fall einer etwaigen unerlaubten Rückkehr nach Deutschland müsste der Betroffene – wie jeder untergetauchte Ausreisepflichtige – damit rechnen, in Abschiebungshaft genommen und sodann nach Italien rückgeführt zu werden", erklärte eine Behördensprecherin.
Während des Prozesses gegen den Täter hatte der 31-Jährige eine Duldung erhalten
Der Somalier hatte nach der tödlichen Messerattacke eines Afghanen auf Kinder und Passanten im Januar vergangenen Jahres in einem Park in Aschaffenburg eine Duldung erhalten, vor allem, weil er bei den Ermittlungen gegen den Angreifer als wichtiger Zeuge galt.
Das Verfahren gegen den Angreifer, einen psychisch kranken Flüchtling, wurde beim Landgericht Aschaffenburg mittlerweile beendet, der Täter sitzt bis auf Weiteres in einer forensischen Psychiatrie.
Der Asylantrag des 31-jährigen Somaliers war im Zuge eines sogenannten Drittstaatenbescheids schon im Mai 2024 abgelehnt worden - also deutlich vor den Ereignissen in Aschaffenburg im Januar 2025.
Wie die Regierung von Unterfranken erläuterte, kann der Mann zu einem späteren Zeitpunkt über ein Fachkräftevisum legal nach Deutschland einreisen - "wenn er die Voraussetzungen erfüllt und in Italien eine entsprechende Qualifizierung erlangt".
Söder verlieh dem 31-Jährigen Medaille für Zivilcourage
Der Somalier hatte für sein engagiertes Eingreifen bei der Gewalttat in Aschaffenburg von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) im vergangenen Mai die Christopherus-Medaille erhalten.
Das Innenministerium hatte zuvor mitgeteilt, der Mann habe "bei der schrecklichen Gewalttat in Aschaffenburg in herausragender Weise Entschlossenheit und Mut bewiesen", "sich um Aschaffenburg und Bayern verdient gemacht und ein Beispiel für Zivilcourage gegeben, das Anerkennung und höchsten Respekt verdient".
Titelfoto: Daniel Vogl/dpa

