Laut Studie: Erziehermangel in Bayern endet spätestens 2029

Von Marco Hadem

München - Eine neue Studie sagt ein Ende des großen Personalmangels in Bayerns Kindertageseinrichtungen voraus. Je nachdem, wie hoch der konkrete Fachkräftezuwachs ausfällt, ist demnach mit einer Deckung des Bedarfs bis zum Jahr 2029 zu rechnen, im besten Fall gar bereits 2027.

Der Personalmangel in Bayerns Kindertageseinrichtungen soll bald - vielleicht sogar schon ab 2027 - der Vergangenheit angehören.
Der Personalmangel in Bayerns Kindertageseinrichtungen soll bald - vielleicht sogar schon ab 2027 - der Vergangenheit angehören.  © Peter Kneffel/dpa

Die Studie des Staatsinstituts für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP) beruht auf Zahlen aus dem Jahr 2024/2025.

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (58, CSU) bewertete das Studienergebnis als Bestätigung für die von der Staatsregierung initiierten Programme zur Fachkräftewirkung: "Es ist ein großer Gewinn, dass sich so viele Menschen für die sinnstiftende Arbeit in der Kindertagesbetreuung entscheiden."

Die Zahl der Fach- und Ergänzungskräfte hat sich demnach zwischen 2015 und 2025 um 55,8 Prozent auf fast 129.400 Personen gesteigert, seit 2011 sogar verdoppelt.

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Seit 2015 seien jedes Jahr zusätzlich zwischen rund 4000 und 5800 neue Fach- und Ergänzungskräfte in die bayerischen Kitas gekommen. Im vergangenen Jahr habe es 69.112 Fachkräfte und 60.253 Ergänzungskräfte gegeben. "Dieser Erfolg ist großartig", betonte Scharf.

Mit rund 650.000 Kindern habe es zudem 2025 einen Kita-Kinder-Rekord gegeben - Tendenz weiter steigend. 2015 hatte die Zahl der Kinder in einer Kita-Betreuung bei noch rund 520.000 gelegen.

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf: Förderungen der Kitas muss hochgehalten werden

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (58, CSU) möchte trotz der Daten die Anstrengungen zur Fachkräftegewinnung weiterhin hochhalten.
Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (58, CSU) möchte trotz der Daten die Anstrengungen zur Fachkräftegewinnung weiterhin hochhalten.  © Christoph Soeder/dpa

Dennoch deutet die Studie eine Entspannung an. Die Bedarfsanalyse gehe von einer Trendwende beim Personalbedarf aus: "Der Gesamtbedarf an Personal geht im Zeitraum 2025 bis 2031 von zusätzlich 17.770 auf 14.100 Fach- und Ergänzungskräfte zurück."

Laut Scharf müssen die Anstrengungen zur Fachkräftegewinnung aber hochgehalten werden: "Frühkindliche Bildung hat oberste Priorität. Wir bleiben nicht stehen, sondern priorisieren und schichten um."

Dazu gehöre auch die viel kritisierte Umlenkung von Fördermitteln weg von direkten Familienzuschüssen hin zur Kita-Betreuung.

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"Bereits in diesem Jahr haben wir die staatliche Betriebskostenförderung deswegen einseitig mit zusätzlichen 280 Millionen Euro um mehr als 10 Prozent erhöht."

Die Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung an Kitas sind vielfältig - denn seit Jahren klagen die Einrichtungen über einen Personalmangel, weshalb vielerorts der Betreuungsbedarf gar nicht gedeckt werden konnte. Unter anderem wurde die Ausbildung reformiert und verkürzt, das praxisintegrierte Ausbildungsmodell verstetigt und der Meisterbonus auf 3000 Euro erhöht.

Auch gibt es mehr Fachakademien für die Ausbildung sowie für mehr akademische Fachkräfte 400 neue Studienplätze in der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik. Bis 2028 sollen weitere 200 Plätze hinzukommen.

Titelfoto: Montage: Christoph Soeder/dpa + Peter Kneffel/dpa

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