Schüsse auf SEK-Beamte: Verdächtige in U-Haft, Polizei sucht nach Patronen
Von Marco Rauch, Michael Donhauser, Irena Güttel, Britta Schultejans
Absberg/Weißenburg in Bayern - Nach einer Verfolgungsfahrt in der fränkischen Provinz und Schüssen auf ein Spezialeinsatzkommando (SEK) will die Polizei die Strecke absuchen. Am Donnerstagvormittag werden Beamte der Bereitschaftspolizei dort vor allem nach den Patronenhülsen suchen.
Die Hülsen "brauchen wir", sagte ein Sprecher. Außerdem solle eine Anwohnerbefragung durchgeführt werden.
Zwei der Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Ansbach habe Haftbefehle gegen die beiden Männer erlassen, teilte die Polizei mit. Dem 24-jährigen Beifahrer und mutmaßlichen Schützen werde versuchter Totschlag vorgeworfen, dem 23-jährigen Fahrer Beihilfe zum versuchten Totschlag.
Nach ersten Erkenntnissen hatte der Beifahrer drei bis fünf Schüsse abgegeben. Mindestens einer traf ein Polizeifahrzeug. Der Mann habe sich nach Ende der Verfolgungsjagd der Polizei ergeben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Der Fahrer des Wagens habe versucht, sich gegen seine Festnahme zu wehren, und Widerstand geleistet. Gegen beide beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen versuchten Totschlags.
SEK kollidierte mit Auto der Verdächtigen
Das SEK wollte nach Polizeiangaben am Dienstagabend in Absberg im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen drei Männer - 23, 24 und 30 Jahre alt - in einer Wohnung festnehmen.
Es gab demnach Hinweise darauf, dass sie illegal Waffen besitzen. Festgenommen wurde an Ort und Stelle nur einer der Verdächtigen - die anderen beiden flüchteten mit einem Auto mit niederländischer Zulassung. Das SEK verfolgte sie über eine Strecke von rund 20 Kilometern, bis der Wagen der Verdächtigen mit einem anderen Auto zusammenstieß.
Die Verdächtigen sind nach Polizeiangaben türkischer Herkunft, der zuerst festgenommene Mann ist zwischenzeitlich wieder auf freiem Fuß.
Titelfoto: NEWS5 / Lars Haubner
