Mehrere Personen verletzt! Täter schießen bei Verfolgungsjagd auf SEK-Autos
Absberg/Weißenburg - Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist ein SEK-Einsatz am Dienstagnachmittag offenbar aus dem Ruder gelaufen: Zwei Männer rasten mit einem Wagen davon, gaben während der Flucht Schüsse ab und krachten später in Weißenburg in ein anderes Auto.
"Mehrere Männer waren ins Visier der Polizei geraten, weil wir eine verdächtige Wahrnehmung über möglicherweise bewaffnete Männer hatten", so Michael Konrad, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken.
Weitere Recherchen hätten diesen Eindruck bestätigt. Kurz nach 17 Uhr entdeckten die Kräfte vor einem Wohnhaus in Absberg dann den gesuchten Mercedes mit niederländischer Zulassung, in dem zwei Männer saßen.
Als das Auto kontrolliert werden sollte, beschleunigte der Fahrer und flüchtete in Richtung Pfofeld.
Dabei fielen laut Mitteilung Schüsse in Richtung eines Polizeifahrzeugs. Auch ein Hubschrauber sei im Einsatz gewesen.
"Während der Fahrt eröffneten sie das Feuer auf Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos", teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken in der Nacht auf Mittwoch mit.
Die Flucht führte durch mehrere Orte bis zum Ortseingang von Weißenburg. Stellenweise soll der Wagen innerorts deutlich über 100 km/h gefahren sein.
Auch mehrere SEK-Beamte unter den Verletzten
Am Kreisverkehr an der Emetzheimer Straße krachte der Mercedes in ein unbeteiligtes Auto.
Spezialeinsatzkräfte schossen nach dem Unfall auf einen Reifen, um eine Weiterfahrt zu verhindern. Beide Insassen wurden eingeklemmt und konnten daraufhin festgenommen werden.
Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Polizei um zwei türkische Männer im Alter von 23 und 24 Jahren. Beide wurden verletzt und vom Rettungsdienst in Begleitung der Beamten ins Krankenhaus gebracht.
Drei SEK-Kräfte erlitten beim Zugriff Verletzungen und benötigten ärztliche Behandlung. Die Insassen des anderen Autos wurden vorsorglich ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht. Am Polizeiauto stellten die Beamten ein mögliches Einschussloch an der Motorhaube fest.
Das Wohnhaus in Absberg blieb nach der Flucht unter Beobachtung. Als ein 30-jähriger Mann das Gebäude verlassen wollte, nahmen die Kräfte ihn fest. Dabei zog er sich laut Mitteilung eine Kopfplatzwunde zu.
Das Anwesen wurde anschließend durchsucht, weitere Personen fanden die Einsatzkräfte dort nicht. Die Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag gegen mehrere Personen, die Kripo Ansbach ermittelt.
Titelfoto: Montage: Vifogra / Ralph Goppelt + NEWS5 / Felix Besold

