Weniger Organspender und Spenderorgane in Bayern

Von Ute Wessels

München - Entgegen dem bundesweiten Trend ist die Zahl der Organspender sowie der Spenderorgane in Bayern im Jahr 2025 leicht zurückgegangen.

Mit einem Organspendeausweis macht man deutlich, dass man zu einer Spende bereit ist.
Mit einem Organspendeausweis macht man deutlich, dass man zu einer Spende bereit ist.  © Michael Kappeler/dpa

Wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mitteilte, gab es im Freistaat 143 Organspender (2024: 157) und 454 Spenderorgane (2024: 497).

Die in Bayern entnommenen Organe werden bundes- oder weltweit vergeben. In der Jahresstatistik sind der DSO zufolge Lebendspenden nicht eingerechnet.

Bundesweit stieg die Zahl der Organspender den Angaben nach um 32 auf 985. Das sei der höchste Wert seit 2012.

125.000 Tiere getötet: Newcastle-Krankheit breitet sich auf Geflügelhöfen aus
Bayern 125.000 Tiere getötet: Newcastle-Krankheit breitet sich auf Geflügelhöfen aus

Die Zahl der in Deutschland entnommenen Spenderorgane stieg von 2855 auf 3020. Jedoch: Die Zahl der Spenderorgane reiche weiterhin nicht aus, um allen Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen, hieß es von der DSO.

Leicht gestiegen ist in Bayern die Zahl der transplantierten Organe, also jene Organe, die bundesweit oder im Ausland entnommen und im Freistaat transplantiert worden sind.

DSO plädiert für Widerspruchsregelung

Es sind zu wenige Spenderorgane in Umlauf, um alle bedürftigen Patienten zu versorgen. (Symbolfoto)
Es sind zu wenige Spenderorgane in Umlauf, um alle bedürftigen Patienten zu versorgen. (Symbolfoto)  © Soeren Stache/dpa

Die meisten Organspender gab es laut DSO in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Zahl betrug in diesen drei Ländern zusammengenommen gut 16 Organspender pro eine Million Einwohner. Der Bundesdurchschnitt liegt bei fast zwölf Organspendern je einer Million Einwohner.

Axel Rahmel, medizinischer Vorstand bei der DSO, bezeichnete den bundesweiten Anstieg an Organspendern als "ermutigendes Signal" und fügte an: "Der Mangel an Spenderorganen besteht weiterhin."

Problematisch sei, dass in vielen Fällen nicht klar ist, wie der potenzielle Spender zur Organspende steht, weil kein entsprechender Ausweis vorliegt. Deswegen spricht sich der DSO noch einmal für die Widerspruchsregelung aus.

Kommunalwahl in Bayern: Erste Zahlen zur Wahlbeteiligung da
Bayern Kommunalwahl in Bayern: Erste Zahlen zur Wahlbeteiligung da

Dabei gilt jeder Bürger grundsätzlich als Organspender, solange er nicht aktiv widersprochen hat. Nach geltendem Recht muss man einer Spende zustimmen.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

Mehr zum Thema Bayern: