Jüterbog – Anton Gottwald (20) und Melvin Thiel (20) aus Jüterbog wollen in nur 20 Tagen mit dem Fahrrad von New York bis Los Angeles fahren. Auf die Tour haben sich die beiden monatelang vorbereitet.
Schon nach ihrer Fahrt von Berlin nach Lissabon im März war klar: Der Trip durch die USA ist für die beiden "der nächste logische Schritt", erklärt Anton im TAG24-Interview. Was sie antreibt, ist vor allem der Gedanke, "die Grenzen immer weiter nach oben zu verschieben".
Anton arbeitet als Softwareentwickler, Melvin studiert Bauingenieurwesen. In ihrer Freizeit widmen sie sich jedoch einer Leidenschaft, die sie nun auf die andere Seite des Atlantiks führt.
Die Tour führt die beiden von den Appalachen über die Rocky Mountains bis in die trockenen Regionen des amerikanischen Südwestens. Extreme Hitze, Höhenmeter und potenzielle Begegnungen mit Wildtieren warten auf die beiden 20-Jährigen.
Respekt haben sie außerdem vor abgelegenen Streckenabschnitten, auf denen die Versorgung schwierig werden könnte: "Da haben wir Abschnitte von über 130 Kilometern, wo nichts kommt. Wenn man da die letzte Tankstelle verpasst, dann könnte es ziemlich sportlich werden", sagt Melvin.
Abseits der Strecke nehmen Anton und Melvin ihre Community mit auf die Reise. Auf ihrem Instagram-Account dokumentieren sie ihren Alltag auf dem Rad.
250 Kilometer am Tag: "Die größte Herausforderung ist der Kopf"
Schon die Vorbereitung verlief kompromisslos. 600 Kilometer in weniger als 24 Stunden, ein Ironman sowie tägliches Training aus Laufen, Radfahren und Kraftsport – alles dient einem Ziel: durchhalten. "Die größte Herausforderung ist der Kopf", sind sich die Brandenburger einig.
Auch die Ausrüstung ist durchdacht. Auf keinen Fall fehlen dürfen unterwegs drei Dinge: die Radhose, der Fahrradcomputer zur Navigation und Sonnencreme. "Alles darüber hinaus ist Luxus", betonen die beiden Freunde.
Zeit für Sightseeing bleibt dabei nicht. "Sobald die Tour losgeht, ist Sightseeing Priorität Null", stellen sie klar. Selbst für das Essen soll so wenig Zeit wie möglich eingeplant werden. Idealerweise wird während der Fahrt gegessen, Pausen werden auf ein Minimum reduziert, damit der ehrgeizige Zeitplan eingehalten werden kann.
Die Tagesplanung ist streng: Start um 6 Uhr morgens, gefahren wird bis in den Abend – oft mehr als 250 Kilometer pro Tag. Scheitern ist für beide keine Option. "Komme, was wolle, wir schaffen es", zeigt sich Anton entschlossen. Selbst im schlimmsten Fall würde er weitermachen: "Wenn mein Fahrrad kaputtgeht, dann laufe ich."
Am Ende bleibt nur ein Ziel: Los Angeles – und der Santa Monica Pier. Was danach kommt, ist noch offen.