Berlin - Tödlicher Anschlag beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin! Am Samstagabend ist ein Transporter in eine Menschenmenge gefahren und hat dabei eine junge Frau getötet sowie mehrere Menschen verletzt.
Zudem sollen mit einem Stichwerkzeug weitere Personen angegriffen worden sein. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen.
Inzwischen hat die Polizei Abdul B. als Tatverdächtigen identifiziert und lässt nach dem 21-Jährigen, der dem islamistischen Spektrum zugeordnet wird, öffentlich fahnden.
Für besorgte Angehörige wurde unter der Nummer 030/84854460 eine Hotline eingerichtet, da unter den gängigen Notrufnummern keine Auskünfte über Betroffene oder Verletzte gegeben werden kann.
TAG24 hält Euch in einem Ticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.
26. Juli, 10.51 Uhr: Spranger bricht Urlaub ab, Pressekonferenz für Nachmittag oder Abend angesetzt
Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) hat aufgrund des tödlichen Anschlags ihren Urlaub unterbrochen und sich auf den Weg nach Berlin gemacht, wie eine Sprecherin mitteilte.
Für den Nachmittag oder frühen Abend will sie gemeinsam mit Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz über den Stand der Ermittlungen informieren.
26. Juli, 10.40 Uhr: Queere Community zeigt sich bestürzt, sämtliche CSD-Veranstaltungen abgesagt
Nach dem Anschlag hat sich die queere Gemeinschaft bestürzt gezeigt. "Der Regenbogen hat heute einen Riss bekommen. Das ist ein dunkler Tag für unsere Community und unser Land", schreibt der LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt bei Instagram.
Man sei erschüttert über das Geschehen. "Unsere Gedanken sind bei allen, die direkt betroffen sind". Da die Hintergründe derzeit noch unklar seien, bat der Verband darum, keine Spekulationen zu verbreiten, sondern auf gesicherte Informationen zu warten.
Derweil wurden sämtliche Veranstaltungen rund um den CSD in Berlin für den Sonntag abgesagt.
26. Juli, 10.02 Uhr: Bundesanwaltschaft steht mit Berliner Behörden in Kontakt
Wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Morgen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, steht die Behörde in Karlsruhe in engem Kontakt mit den Ermittlern in Berlin.
Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen allerdings noch nicht übernommen. Die oberste deutsche Anklagebehörde kann Fälle von besonderer Bedeutung, beispielsweise islamistisch motivierten Terrorismus, an sich ziehen.
26. Juli, 8.20 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz spricht von abscheulicher Tat
Am Sonntagmorgen hat sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei X zu dem Anschlag in der Hauptstadt geäußert.
"Was für eine abscheuliche Tat in Berlin", zeigte er sich bestürzt. "Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft", betonte der 70-Jährige.
26. Juli, 7.40 Uhr: Polizei fahndet öffentlich nach mutmaßlichem Täter
Wie die Polizei mitteilt, handelt es sich bei dem Gesuchten um den 21-jährigen Abdul B.
Nach Angaben eines Polizeisprechers auf X handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen "polizeibekannten Mann, der dem islamistischen Spektrum zugerechnet" wird. Gegen ihn wird im Zusammenhang mit dem Anschlag ermittelt. Bei seiner Flucht soll er mehrere Menschen mit einer Machete verletzt haben.
Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde der Tatverdächtige erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen.
Der Mann wird wie folgt beschrieben:
- schlanke Statur
- circa 1,90 Meter groß
- schwarze Haare
- schwarzer Hoodie und weiße Hose
Wer den 21-Jährigen gesehen hat oder Hinweise zu seinem Aufenthaltsort geben kann, wird gebeten, sich umgehend unter der Telefonnummer 030 54024111 bei der Polizei Berlin zu melden. Zudem hat die Polizei ein Hinweisportal eingerichtet.
Der 21-Jährige gilt nach Angaben der Polizei als "möglicherweise bewaffnet und gefährlich". Die Beamten raten deshalb dringend davon ab, ihn anzusprechen oder selbst Kontakt zu ihm aufzunehmen.
26. Juli, 7.06 Uhr: Kai Wegner, Stefan Evers und Sarah Connor äußern sich zum Vorfall
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU), der selbst an der Parade teilgenommen hatte, hat sich zu dem schrecklichen Vorfall geäußert.
"Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft - nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert", sagte Wegner. "Berlin ist die Stadt der Freiheit - und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden."
Stefan Evers (46), CDU-Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl im September, meldete sich beim Kurznachrichtendienst X zu Wort: "Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz", zeigte er sich betroffen und dankte allen Helfern.
Sarah Connor (46), die kurz zuvor noch einen Auftritt bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor hatte, sagte in ihrer Instagram-Story: "Mir fehlen die Worte, ich finde es furchtbar" und sprach den Betroffenen ihr Mitgefühl aus.
25. Juli, 22.32 Uhr: Transporter fährt in Menschenmenge, CSD wird abgebrochen
Gegen 22 Uhr war ein weißer Transporter in Höhe der Lennéstraße mit hoher Geschwindigkeit unterwegs und erfasste mehrere Menschen. Das stark demolierte Fahrzeug wurde sichergestellt. Wer den Transporter steuerte, war zunächst nicht bekannt. Der Fahrer befindet sich auf der Flucht.
Dutzende Menschen wurden bei dem Vorfall verletzt, mehrere von ihnen lebensgefährlich. Laut Polizei sei eine Person verstorben, 16 verletzte Menschen sind bisher bekannt. "Bitte meiden Sie den Bereich und umfahren ihn weiträumig", lautete die Warnung an die Bevölkerung.
Das Live-Programm vor Ort wurde während einer Michael-Jackson-Show abrupt beendet.