"Das ist mein Land"-Polizist schon einmal strafversetzt: AfD solidarisiert sich

Berlin - Der Einsatz bei einer syrischen Familie schlägt weiter hohe Wellen! Am 9. September statteten zwei Polizisten dem 30-jährigen Ehemann und seiner zwei Jahre jüngeren Frau in dessen Wohnung einen Besuch ab. Es endete in einem Rassismus-Skandal.

Der Polizist sorgte mit seinen Äußerungen für einen Rassismus-Skandal.
Der Polizist sorgte mit seinen Äußerungen für einen Rassismus-Skandal.  © 123RF/angela rohde, Instagram/der_neukoellner

Es war nicht zum ersten Mal, dass der entsprechende Polizist im Dienst negativ aufgefallen ist. Wie der Tagesspiegel berichtet, wurde der Beamte schon einmal strafversetzt. Mit Rassismus hat dies aber nichts zu tun.

Demnach sei er zuvor Wachleiter auf dem Abschnitt 34 in Berlin-Lichtenberg, wurde dann aber nach einem Vorfall mit einer Kollegin von seinen Führungsaufgaben entbunden. Letztendlich wurde er in den Abschnitt 31 versetzt, wo er wieder Streife fahren musste.

Vor etwa einer Woche kam es dann zum Eklat. Die Ehefrau hielt den Polizeieinsatz per Video mit dem Handy fest, welches sich in den sozialen Medien verbreitete. Nachdem zunächst der Ehemann zu Boden gedrückt wurde, verlor der Polizist die Beherrschung.

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Es fielen Sätze wie: "Das ist mein Land und du bist hier Gast", "Halt die Fresse, fass mich noch einmal an" oder "Ich bringe dich ins Gefängnis".

Der Grund für den Einsatz: Für den Syrer gab es einen Haftbefehl. Er soll dreimal beim Schwarzfahren erwischt worden sein und hatte die Strafe nicht gezahlt.

Ehepaar fordert Konsequenzen für Polizisten

Linke-Politiker Ferat Kocak (43) hatte das Video in den sozialen Medien veröffentlicht.
Linke-Politiker Ferat Kocak (43) hatte das Video in den sozialen Medien veröffentlicht.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Erste Konsequenzen sind bereits gefallen. Der Polizist, gegen den weiter ermittelt wird, ist wieder einmal versetzt worden. Dieses Mal in den Innendienst. Das ist für die syrische Familie aber zu wenig. Sie fordern die Entlassung.

"Wir möchten, dass er zur Rechenschaft gezogen wird und im besten Fall nicht mehr im Amt bleibt", übersetzte ein Dolmetscher am Samstag bei einer Pressekonferenz der Linkspartei die Aussage des Vaters.

Das Ehepaar erzählte, ihre Kinder seien von dem Einsatz schockiert gewesen und hätten nicht verstanden, warum die Polizisten so aggressiv seien. Auf die Frage, wie es zu der Eskalation gekommen sei, antwortete das Ehepaar nicht, auf Rat ihres Anwalts wegen der laufenden Ermittlungen, wie es hieß.

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Während schon kurz nach Veröffentlichung des Videos Teile der Politik (unter anderem Grüne) empört reagierten, will die AfD keinen Rassismus gesehen haben und versucht es für ihre Zwecke zu missbrauchen.

"'Das ist mein Land und du bist hier Gast!' Diesen Klartext-Satz sagte ein Berliner Polizist zu einem dreisten Syrer, gegen den ein offener Haftbefehl wegen des Erschleichens von Leistungen vorlag", schreibt die Partei bei Facebook. "Klare Worte, die in einer Irrenhaus-Republik bereits als Skandal gelten."

Damit stoßen sie ins selbe Horn, wie diejenigen, die dem Polizisten recht geben, dass man sich an Gesetze zu halten habe. Auch wenn es faktisch richtig sein mag, hat allein der Satz "Du bist hier Gast" aber eine ganz andere Bedeutung, als im Rest der Welt. Es bleibt rassistisch.

Titelfoto: 123RF/angela rohde, Instagram/der_neukoellner

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