Dieter Hallervorden geht Karl Lauterbach an: "Das ist Panikmache"

Berlin - Bei "Hart aber fair" ging es am Montagabend hitzig zu: Schauspieler Dieter Hallervorden (85) kritisierte  Gesundheitsexperte Prof. Dr. Karl Lauterbach (57, SPD) aufs Schärfste.

Dieter Hallervorden (85, r.) warf Karl Lauterbach (57) Panikmache vor. (Bildmontage)
Dieter Hallervorden (85, r.) warf Karl Lauterbach (57) Panikmache vor. (Bildmontage)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa, Kay Nietfeld/dpa (Bildmontage)

"Bei uns füllen sich die Stadien, bei anderen die Kliniken – Hat Deutschland Corona-Dusel?", war die Frage im gestrigen ARD-Talk von Moderator Frank Plasberg (63).

Der vehemente Lockdown-Vertreter Lauterbach warnte vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen eindringlich vor einer zweiten Corona-Welle. 

Für den Epidemiologen war die Rückkehr der Bundesliga in die Fußballstadien wegen der Gefahr von Tröpfcheninfektionen ein Fehler.

"Das klingt so, als ob wir ein Stück weit zur Normalität zurückkehren. In Wirklichkeit ist es aber umgekehrt", erklärte der Bundestagsabgeordnete. 

Zwar habe es im Sommer weniger Infektionen gegeben, weil sich die Menschen mehr draußen aufhielten, aber "wir wissen, dass etwas mehr als 90 Prozent der Ereignisse, wo es zum Superspreading (deutsch 'Superverbreiter') kommt, Innenraumereignisse sind, und die haben im Sommer gefehlt." 

Im Herbst sehe die Sache schon wieder anders aus, prophezeite der Mediziner weiter. Der Dauer-Talkshowgast Lauterbach, der von Plasberg als "Hardliner" vorgestellt wurde, rechnete vor: "Selbst wenn das gute Wetter bliebe, hätten wir in fünf Wochen 7000 Fälle pro Tag."

Dr. Andreas Gassen (58), Unfallchirurg und Vorstandsvorsitzender der Kassenärztliche Bundesvereinigung, fuhr Lauterbach sofort in die Parade und haute die Frage raus: "Wenn es am Wetter läge, warum bekommen Menschen in Texas dann überhaupt Corona?" 

Dieser ließ sich aber nicht beirren: "Über 90 Prozent der neuen Infektionen finden drinnen statt, der Superspreader. Somit schlechtes Wetter, mehr Leute drinnen, mehr Infektionen", prognostizierte der SPD-Politiker.

Lauterbach forderte ein geändertes Quarantäne-Konzept: Er plädierte zudem dafür, private Feiern auf 25 Leute zu beschränken und warnte, dass die Schulen nicht auf das vorbereitet seien, was kommen werde.

"Hart aber fair" diskutierte die Frage: "Hat Deutschland Corona-Dusel?"

Frank Plasberg (63), TV-Moderator, aufgenommen in der ARD-Talkshow "Hart aber fair".
Frank Plasberg (63), TV-Moderator, aufgenommen in der ARD-Talkshow "Hart aber fair".  © Kay Nietfeld/dpa

Schauspieler Dieter Hallervorden, der Anfang September seinen 85. Geburtstag feierte, ging die Schwarzmalerei gegen den Strich. 

Der Intendant des Berliner Schlosspark Theaters wurde von der Corona-Krise schwer gebeutelt und darf derzeit aufgrund der Corona-Auflagen nur 105 der 473 Plätze anbieten. 

300.000 Euro hat die Leinwandlegende seit Mitte März für das Theater hingeblättert, "um das Leben zu garantieren", wie er später verriet. Aus eigener Tasche.

"Ich sorge mich um den Luftdruck von Herrn Hallervorden, der platzt gleich", nahm Plasberg vorweg. 

Und tatsächlich: "Ich muss ehrlich sagen, das sind ja keine Warnungen mehr, das ist Panikmache. Ich kann es wirklich nicht mehr hören!", polterte der Kabarettist in Richtung des SPD-Gesundheitsexperten.

Weiter machte der Bühnenstar deutlich: "Ich finde, da hilft man den Leuten auch nicht mit. Man muss doch irgendwo eine Hoffnung haben, dass es besser wird." 

Lauterbach reagierte auf den Gegenwind: "Ich mache doch Vorschläge, wie man es besser machen kann", wehrte sich der Gesundheitsökonom im etwas weinerlichen Ton.

Hallervorden fing sich schnell wieder, bekannte sich später als "geborener Optimist" und gab den Zuschauern am Ende der Sendung eine wichtige Botschaft mit auf den Weg: "Wendet euer Gesicht immer der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter euch", lautete das Schlusswort des Theatermachers.

Zu Gast in der Polit-Talkshow waren auch Hertha-Manager Michael Preetz (57), Journalistin Susanne Gaschke (53) und die an Corona erkrankte Politikerin Karoline Preisler (49, FDP).

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa, Kay Nietfeld/dpa (Bildmontage)

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