Anschlag beim CSD in Berlin: Abdul B. wollte sich im Ausland dem IS anschließen
Berlin - Tödlicher Anschlag beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin! Am Samstagabend ist ein Transporter in eine Menschenmenge gefahren und hat dabei eine junge Frau getötet sowie mehrere Menschen verletzt.
Zudem sollen mit einem Stichwerkzeug, vermutlich einer Machete, weitere Personen angegriffen worden sein. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen.
Inzwischen hat die Polizei Abdul Ballout als Tatverdächtigen identifiziert und fahndet nach dem 21-Jährigen, der dem islamistischen Spektrum zugeordnet wird.
Für besorgte Angehörige wurde unter der Nummer 030/84854460 eine Hotline eingerichtet, da unter den gängigen Notrufnummern keine Auskünfte über Betroffene oder Verletzte gegeben werden kann.
TAG24 hält Euch in einem Ticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.
26. Juli, 18.13 Uhr: Merz besucht Tatort im Berliner Tiergarten
Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat den Tatort des Anschlags am Rande des Berliner CSD besucht.
Der CDU-Politiker machte sich nach einer Gedenk-Andacht auf den Weg zu der Stelle im Tiergarten und legte Blumen ab. Unter anderem mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hielt er kurz inne und gedachte der Opfer.
Ein Autofahrer hatte am Samstagabend im Berliner Tiergarten am Rande des CSD mehr als zwei Dutzend Menschen angefahren. Eine Frau starb, 29 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Die Polizei fahndet nach einem 21-jährigen Mann, der im Verdacht steht, den Anschlag verübt zu haben.
26. Juli, 17.55 Uhr: Abdul B. wollte sich im Ausland IS anschließen
Der mutmaßliche Täter des Anschlags am Rande der Berliner CSD hat im vergangenen Jahr mehrmals versucht, sich im Ausland dem bewaffneten Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen.
Das teilte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft mit. Demnach versuchte Abdul B. erfolglos, über die Türkei nach Mauretanien auszureisen. Wenig später reiste er dann über die Türkei in den Libanon, "um von dort aus nach Syrien zu gelangen und sich dem IS anzuschließen", hieß es in der Mitteilung.
Im Libanon soll er zu mehreren Personen Kontakt aufgenommen haben, die möglicherweise Mitglieder des IS waren. "Zumindest ging Abdul B. mutmaßlich davon aus", teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Am 24. Juli 2025 sei er im Libanon festgenommen und dort in Untersuchungshaft genommen worden.
Ein Militärgericht habe ihn dort "unter anderem wegen Anstiftung zu religiösen und konfessionellen Konflikten" zu drei Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Haftentlassung sei Abdul B. am 17. November 2025 nach Deutschland zurückgekehrt und noch am Flughafen BER erneut festgenommen worden.
Abdul B. war dann monatelang in Untersuchungshaft in Deutschland, ehe er am 12. Mai von einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten "wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in einem Fall sowie der Zuwiderhandlung gegen ein vollziehbares Verbot nach dem Vereinsgesetz in zwei Fällen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten", verurteilt wurde.
Das Gericht hob demnach einen bestehenden Haftbefehl auf, "da die Untersuchungshaft vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens dient und keine vorweggenommene Strafe darstellt".
Die Verurteilung ist nicht rechtskräftig, da die Generalstaatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat. "Die Generalstaatsanwaltschaft hatte eine höhere,
nicht mehr bewährungsfähige Jugendstrafe sowie die Aufrechterhaltung des Haftbefehls beantragt", teilte sie mit.
26. Juli, 17.42 Uhr: CSD-Veranstalter betont, Anschlag nicht zu instrumentalisieren
Die Veranstalter des Christopher Street Day (CSD) in Berlin haben nach dem Terroranschlag am Rande der großen Abschlussparty vor vorschnellen Urteilen und Wertungen gewarnt.
"Wir wollen nicht, dass diese Tat für politische Zwecke instrumentalisiert wird oder Menschen unter Generalverdacht gestellt werden", sagte ein Sprecher vor Journalisten in Berlin.
"Hinter solcher Gewalt steckt der Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Das werden wir als Berliner CSD nicht zulassen."
Nötig seien jetzt Besonnenheit und Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen, so der Sprecher. "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, sondern warten die laufenden Ermittlungen der Polizei ab." Klar sei, dass der Berliner CSD-Verein jede Form von Gewalt ablehne.
"Ideologische, also religiöse Ideologien oder rechte Ideologien verfolgen beide das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken." Der Berliner CSD stehe für Zusammenhalt, Respekt und Solidarität.
26. Juli, 17.28 Uhr: Wegner lobt nach Anschlag Einsatzkräfte und CSD-Veranstalter
Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) hat Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53) das Krisenmanagement gelobt.
"Ich bin unserer Polizei, unserer Feuerwehr, den Hilfsorganisationen sehr dankbar, die sofort funktioniert haben", sagte der CDU-Politiker nach einer Sondersitzung es Berliner Senats.
Dankbar sei er aber auch den Veranstaltern des CSD. "Dass das so reibungslos gelaufen ist, dass keine Panik ausgebrochen ist, dass nicht noch schlimmeres passiert ist, liegt auch an der guten Zusammenarbeit der Berliner Polizei mit dem CSD-Verein."
26. Juli, 17.22 Uhr: Auto des Täters wird verladen
Die Polizei hat das Tatwerkzeug vom CSD-Angriff - einen weißen Van - verladen.
Das Fahrzeug werde abtransportiert, sagte ein Sprecher der Polizei. Auf einem sogenannten Sicherstellungsgelände würden dann Ermittler intensiv nach Spuren suchen.
Mit dem Fahrzeug soll ein 21-jähriger Mann am Samstagabend in eine Menschenmenge am Rande des Berliner CSD gefahren sein.
26. Juli, 16.48 Uhr: Generalbundesanwalt wird Ermittlungen übernehmen
Justizministerin Stefanie Hubig (57, SPD) hat in Berlin angekündigt, dass der Generalbundesanwalt die weiteren Ermittlungen zum CSD-Anschlag übernehmen wird.
"Der Innenminister hat bereits mitgeteilt, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handelt. Der Generalbundesanwalt wird die Ermittlungen übernehmen", erklärte die SPD-Politikerin.
Man werde die Verantwortlichen "mit aller Härte verfolgen und dann auch vor ein Gericht stellen", kündigte sie an. Aktuell hat noch die Generalstaatsanwaltschaft Berlin die Zuständigkeit inne.
26. Juli, 16.30 Uhr: Bundeskanzler Merz verurteilt "verachtenswerte Tat" und kündigt Konsequenzen an
Unmittelbar vor dem Beginn eines Gedenkgottesdienstes in der St. Marienkirche am Alexanderplatz, hat Friedrich Merz (70, CDU) Stellung zu dem Anschlag in Berlin bezogen.
Der Bundeskanzler sprach von einer "verachtenswerten Tat" und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung. Er dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Eingreifen, das möglicherweise noch Schlimmeres verhindert habe.
"Lassen wir uns nicht einschüchtern! Diese Taten haben nur einen Zweck: Sie wollen unsere Gesellschaft spalten, sie wollen uns das Wichtigste nehmen, was wir haben, nämlich unsere Offenheit und unsere Freiheit", betonte der CDU-Politiker.
Man werde über mögliche Konsequenzen nachdenken und mit Besonnenheit aber auch Entschlossenheit entscheiden. "Wir werden nicht zulassen, dass dieses Gift des Terrorismus und dieses Gift gegen unsere Freiheit, weiter um sich greift in unserer Gesellschaft", bekräftige der 70-Jährige.
"Wir sind mehr, wir sind stärker und wir halten in unserem Land zusammen, das ist das Wichtigste". Man werde die Freiheit, Offenheit und Liberalität mit allen Mitteln verteidigen.
26. Juli, 15.34 Uhr: Fahndung nach Abdul Ballout läuft bundesweit
Nach dem mutmaßlichen Attentäter Abdul Ballout wird inzwischen bundesweit gefahndet.
Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) sprach in einer Pressekonferenz von einem "großen Kräfteeinsatz", der sich nicht nur auf die Berliner Polizei beschränkt, sondern auch die Bundespolizei involviert.
Demnach werden Bahnhöfe und Flughäfen in ganz Deutschland sowie die Grenzen überwacht.
26. Juli, 15.20 Uhr: Gedenkveranstaltung am Brandenburger Tor, Flaggen auf Halbmast
Am Nachmittag haben sich Hunderte Menschen am Brandenburger Tor versammelt, um den Opfern des Anschlags am Rande des CSD zu gedenken.
Auf dem Pariser Platz lagen sich Menschen mit Tränen in den Augen in den Armen und schwenkten Regenbogenfahnen. Auf dem Platz wurden Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet.
Für Redner wurde ein Podest aufgebaut. "Gestern war ein Angriff auf uns alle, auf alle unsere Eventitäten, auf unsere Existenzen, auf unsere Gemeinschaft und unsere Demokratie. Und wir lassen uns davon nicht unterkriegen", hieß es in einem der Beiträge.
Am Reichstagsgebäude wehen die Fahnen derweil auf Halbmast.
26. Juli, 15.10 Uhr: Kai Wegner verteidigt Sicherheitsmaßnahmen bei CSD
Kai Wegner (53, CDU) hat die CSD-Sicherheitsvorkehrungen bei einer Pressekonferenz in Berlin verteidigt.
"Wir haben beim CSD eine hohe Sicherheit gehabt", betonte der Regierende Bürgermeister und wies darauf hin, dass der Anschlag abseits des eigentlichen Veranstaltungsgeländes stattfand.
"Die Strecke des CSD wurde nicht getroffen. Dort ist der Täter nicht drauf gekommen. Weil die Polizei, die Sicherheitsbehörden, diesen Christopher Street Day abgesichert haben. Aber rund 400 Meter daneben sind immer noch Besucherinnen und Besucher, viele Menschen, die die Veranstaltung verlassen haben oder wieder hingehen wollten."
26. Juli, 14.39 Uhr: Innenminister spricht von islamistisch motiviertem Anschlag
Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hat die Tat in einer Pressekonferenz am Tatort in Berlin offiziell als islamistisch motivierten Anschlag bezeichnet.
Nach Angaben des CSU-Politikers hat sich die Anzahl der zum Teil Schwerverletzten inzwischen auf 29 Personen erhöht. Der Täter soll auf der Flucht mutmaßlich mit einer Machete auf weitere Passanten losgegangen sein.
Abdul Ballout ist weiterhin flüchtig. Die Fahndung läuft auf Hochtouren. An den Flughäfen, Bahnhöfen und Grenzen besteht eine hohe Polizeipräsenz.
Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen deutschen Staatsbürger, der 2005 in Berlin geboren wurde. Er fiel bereits in der Vergangenheit durch Straftaten auf und galt aufgrund seiner islamistischen Radikalisierung als Gefährder.
Im Mai wurde er in Berlin zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde ein.
26. Juli, 13.47 Uhr: Polizei soll schon in der Nacht Tatverdächtigen festgenommen haben
Die Polizei soll bereits in der Nacht zu Sonntag einen Tatverdächtigen festgenommen haben.
Nach Informationen des rbb soll es sich dabei um einen iranischen Staatsangehörigen handeln, der der Beifahrer von Abdul B. gewesen sein könnte.
Eine Bestätigung der Polizei lag zunächst nicht vor.
26. Juli, 13.21 Uhr: Veranstalter drückt Bedauern aus, Blumen und Transparente am Tatort
Der Veranstalter des Berliner CSD hat sich bei Instagram "bestürzt und unendlich traurig über die gestrigen Vorkommnisse" gezeigt.
"Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen Menschen, die von diesem schrecklichen Ereignis betroffen sind", hieß es.
Man stehe im engen Austausch mit den zuständigen Behörden und folge deren Empfehlungen. "Wir danken den Einsatzkräften und allen Helfenden für ihren Einsatz." Man wolle sich zu einem geeigneten Zeitpunkt ausführlicher zu Wort melden.
Am Mittag versammelten sich mehrere Menschen, um in der Nähe des Tatorts Blumen und Transparente zu hinerlassen, um den Opfern zu gedenken.
26. Juli, 12.28 Uhr: Charité gibt Überblick zum Zustand der Verletzten
Nach der Amokfahrt beim CSD wurden mehrere Verletzte in die Charité eingeliefert. Das Krankenhaus hat jetzt einen Überblick zum Zustand der Betroffenen gegeben.
"Die Charité hat gestern Nacht acht auf dem CSD verletzte Menschen versorgt, vier konnten inzwischen entlassen werden", teilte ein Sprecher des Klinikums mit. Vier weitere Verletzte würden derzeit auf der Intensivstation versorgt. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe nach seiner Aussage "keine Lebensgefahr".
26. Juli, 11.46 Uhr: Polizei durchsucht Wohnung in Schöneberg
Auf der Suche nach Abdul B. (21) hat die Polizei in der Nacht zu Sonntag eine Wohnung in Schöneberg durchsucht, in der der mutmaßliche Täter wohnen soll.
Der Tatverdächtige konnte dort jedoch nicht angetroffen werden. Festnahmen gab es nicht.
26. Juli, 11.39 Uhr: Schwer bewaffnete Einheiten durchsuchen S-Bahnhof
Am Sonntagmorgen haben schwer bewaffnete Einheiten den S-Bahnhof Anhalter Bahnhof durchsucht.
Nach Informationen von Bild sollen etwa ein Dutzend Beamte die nähere Umgebung abgeriegelt und die Eingänge umstellt haben.
"Die Einsatzkräfte haben den Auftrag, dort alles zu durchsuchen. Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Bahnhof muss gesperrt werden. Es wird nach möglichen Spuren im Zusammenhang mit dem Tatgeschehen gesucht", erklärte Polizeisprecher Florian Nath.
Der Bahnverkehr musste unterbrochen werden.
26. Juli, 11.19 Uhr: Polizei sucht Tatort systematisch ab
Nach Informationen von NTV suchen Polizisten den Tatort im Tiergarten noch einmal systematisch ab.
Fernsehbilder haben mehrere Einsatzkräfte gezeigt, die sich am Ort des Geschehens in einer Reihe aufgestellt haben. Möglicherweise sind die Ermittler auf der Suche nach einer Stichwaffe, die der Täter bei sich geführt haben könnte.
Nach Polizeiangaben berichteten Zeugen von Menschen, die durch Stiche verletzt worden sein sollen und einige wollen auch einen schwarz gekleideten Mann mit einer Machete gesehen haben.
26. Juli, 10.51 Uhr: Spranger bricht Urlaub ab, Pressekonferenz für Nachmittag oder Abend angesetzt
Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) hat aufgrund des tödlichen Anschlags ihren Urlaub unterbrochen und sich auf den Weg nach Berlin gemacht, wie eine Sprecherin mitteilte.
Für den Nachmittag oder frühen Abend will sie gemeinsam mit Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz über den Stand der Ermittlungen informieren.
26. Juli, 10.40 Uhr: Queere Community zeigt sich bestürzt, sämtliche CSD-Veranstaltungen abgesagt
Nach dem Anschlag hat sich die queere Gemeinschaft bestürzt gezeigt. "Der Regenbogen hat heute einen Riss bekommen. Das ist ein dunkler Tag für unsere Community und unser Land", schreibt der LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt bei Instagram.
Man sei erschüttert über das Geschehen. "Unsere Gedanken sind bei allen, die direkt betroffen sind". Da die Hintergründe derzeit noch unklar seien, bat der Verband darum, keine Spekulationen zu verbreiten, sondern auf gesicherte Informationen zu warten.
Derweil wurden sämtliche Veranstaltungen rund um den CSD in Berlin für den Sonntag abgesagt.
26. Juli, 10.02 Uhr: Bundesanwaltschaft steht mit Berliner Behörden in Kontakt
Wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Morgen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, steht die Behörde in Karlsruhe in engem Kontakt mit den Ermittlern in Berlin.
Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen allerdings noch nicht übernommen. Die oberste deutsche Anklagebehörde kann Fälle von besonderer Bedeutung, beispielsweise islamistisch motivierten Terrorismus, an sich ziehen.
26. Juli, 8.20 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz spricht von abscheulicher Tat
Am Sonntagmorgen hat sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei X zu dem Anschlag in der Hauptstadt geäußert.
"Was für eine abscheuliche Tat in Berlin", zeigte er sich bestürzt. "Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft", betonte der 70-Jährige.
26. Juli, 7.40 Uhr: Polizei fahndet öffentlich nach mutmaßlichem Täter
Wie die Polizei mitteilt, handelt es sich bei dem Gesuchten um den 21-jährigen Abdul B.
Nach Angaben eines Polizeisprechers auf X handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen "polizeibekannten Mann, der dem islamistischen Spektrum zugerechnet" wird. Gegen ihn wird im Zusammenhang mit dem Anschlag ermittelt. Bei seiner Flucht soll er mehrere Menschen mit einer Machete verletzt haben.
Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde der Tatverdächtige erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen.
Der Mann wird wie folgt beschrieben:
- schlanke Statur
- circa 1,90 Meter groß
- schwarze Haare
- schwarzer Hoodie und weiße Hose
Wer den 21-Jährigen gesehen hat oder Hinweise zu seinem Aufenthaltsort geben kann, wird gebeten, sich umgehend unter der Telefonnummer 030 54024111 bei der Polizei Berlin zu melden. Zudem hat die Polizei ein Hinweisportal eingerichtet.
Der 21-Jährige gilt nach Angaben der Polizei als "möglicherweise bewaffnet und gefährlich". Die Beamten raten deshalb dringend davon ab, ihn anzusprechen oder selbst Kontakt zu ihm aufzunehmen.
26. Juli, 7.06 Uhr: Kai Wegner, Stefan Evers und Sarah Connor äußern sich zum Vorfall
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU), der selbst an der Parade teilgenommen hatte, hat sich zu dem schrecklichen Vorfall geäußert.
"Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft - nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert", sagte Wegner. "Berlin ist die Stadt der Freiheit - und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden."
Stefan Evers (46), CDU-Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl im September, meldete sich beim Kurznachrichtendienst X zu Wort: "Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz", zeigte er sich betroffen und dankte allen Helfern.
Sarah Connor (46), die kurz zuvor noch einen Auftritt bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor hatte, sagte in ihrer Instagram-Story: "Mir fehlen die Worte, ich finde es furchtbar" und sprach den Betroffenen ihr Mitgefühl aus.
25. Juli, 22.32 Uhr: Transporter fährt in Menschenmenge, CSD wird abgebrochen
Gegen 22 Uhr war ein weißer Transporter in Höhe der Lennéstraße mit hoher Geschwindigkeit unterwegs und erfasste mehrere Menschen. Das stark demolierte Fahrzeug wurde sichergestellt. Wer den Transporter steuerte, war zunächst nicht bekannt. Der Fahrer befindet sich auf der Flucht.
Dutzende Menschen wurden bei dem Vorfall verletzt, mehrere von ihnen lebensgefährlich. Laut Polizei sei eine Person verstorben, 29 verletzte Menschen sind bisher bekannt. "Bitte meiden Sie den Bereich und umfahren ihn weiträumig", lautete die Warnung an die Bevölkerung.
"An der Einsatzstelle mussten zudem 45 weitere Personen, die unverletzt waren, jedoch unter dem Eindruck des Geschehens standen, durch Kräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) betreut werden", erklärte die Berliner Feuerwehr. Etwa 160 Rettungskräfte waren vor Ort.
Das Live-Programm vor Ort wurde während einer Michael-Jackson-Show abrupt beendet.
Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa
