Islamistischer Anschlag beim CSD in Berlin: Opfer-Anzahl gestiegen, Täter weiter auf der Flucht

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Berlin - Tödlicher Anschlag beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin! Am Samstagabend ist ein Transporter in eine Menschenmenge gefahren und hat dabei eine junge Frau getötet sowie mehrere Menschen verletzt.

Mit diesem Wagen ist der Täter in die Menschenmenge gerast.
Mit diesem Wagen ist der Täter in die Menschenmenge gerast.  © Sebastian Gollnow/dpa

Zudem sollen mit einem Stichwerkzeug weitere Personen angegriffen worden sein. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen.

Inzwischen hat die Polizei Abdul B. als Tatverdächtigen identifiziert und lässt nach dem 21-Jährigen, der dem islamistischen Spektrum zugeordnet wird, öffentlich fahnden.

Für besorgte Angehörige wurde unter der Nummer 030/84854460 eine Hotline eingerichtet, da unter den gängigen Notrufnummern keine Auskünfte über Betroffene oder Verletzte gegeben werden kann.

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TAG24 hält Euch in einem Ticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

26. Juli, 15.10 Uhr: Kai Wegner verteidigt Sicherheitsmaßnahmen bei CSD

Kai Wegner (53, CDU) hat die CSD-Sicherheitsvorkehrungen bei einer Pressekonferenz in Berlin verteidigt.

"Wir haben beim CSD eine hohe Sicherheit gehabt", betonte der Regierende Bürgermeister und wies darauf hin, dass der Anschlag abseits des eigentlichen Veranstaltungsgeländes stattfand.

"Die Strecke des CSD wurde nicht getroffen. Dort ist der Täter nicht drauf gekommen. Weil die Polizei, die Sicherheitsbehörden, diesen Christopher Street Day abgesichert haben. Aber rund 400 Meter daneben sind immer noch Besucherinnen und Besucher, viele Menschen, die die Veranstaltung verlassen haben oder wieder hingehen wollten."

Kai Wegner (53, CDU) gibt ein Pressestatement am Tatort im Tiergarten ab.
Kai Wegner (53, CDU) gibt ein Pressestatement am Tatort im Tiergarten ab.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 14.39 Uhr: Innenminister spricht von islamistisch motiviertem Anschlag

Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hat die Tat in einer Pressekonferenz am Tatort in Berlin offiziell als islamistisch motivierten Anschlag bezeichnet.

Nach Angaben des CSU-Politikers hat sich die Anzahl der zum Teil Schwerverletzten inzwischen auf 29 Personen erhöht. Der Täter soll auf der Flucht mutmaßlich mit einer Machete auf weitere Passanten losgegangen sein.

Abdul Ballout ist weiterhin flüchtig. Die Fahndung läuft auf Hochtouren. An den Flughäfen, Bahnhöfen und Grenzen besteht eine hohe Polizeipräsenz.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen deutschen Staatsbürger, der 2005 in Berlin geboren wurde. Er fiel bereits in der Vergangenheit durch Straftaten auf und galt aufgrund seiner islamistischen Radikalisierung als Gefährder.

Im Mai wurde er in Berlin zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde ein.

Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hat am Tatort in Berlin eine Pressekonferenz gegeben.
Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hat am Tatort in Berlin eine Pressekonferenz gegeben.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 13.47 Uhr: Polizei soll schon in der Nacht Tatverdächtigen festgenommen haben

Die Polizei soll bereits in der Nacht zu Sonntag einen Tatverdächtigen festgenommen haben.

Nach Informationen des rbb soll es sich dabei um einen iranischen Staatsangehörigen handeln, der der Beifahrer von Abdul B. gewesen sein könnte.

Eine Bestätigung der Polizei lag zunächst nicht vor.

26. Juli, 13.21 Uhr: Veranstalter drückt Bedauern aus, Blumen und Transparente am Tatort

Der Veranstalter des Berliner CSD hat sich bei Instagram "bestürzt und unendlich traurig über die gestrigen Vorkommnisse" gezeigt.

"Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen Menschen, die von diesem schrecklichen Ereignis betroffen sind", hieß es.

Man stehe im engen Austausch mit den zuständigen Behörden und folge deren Empfehlungen. "Wir danken den Einsatzkräften und allen Helfenden für ihren Einsatz." Man wolle sich zu einem geeigneten Zeitpunkt ausführlicher zu Wort melden.

Am Mittag versammelten sich mehrere Menschen, um in der Nähe des Tatorts Blumen und Transparente zu hinerlassen, um den Opfern zu gedenken.

Menschen hinterlassen im Gedenken an die Opfer Blumen und Transparente am Tatort.
Menschen hinterlassen im Gedenken an die Opfer Blumen und Transparente am Tatort.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 12.28 Uhr: Charité gibt Überblick zum Zustand der Verletzten

Nach der Amokfahrt beim CSD wurden mehrere Verletzte in die Charité eingeliefert. Das Krankenhaus hat jetzt einen Überblick zum Zustand der Betroffenen gegeben.

"Die Charité hat gestern Nacht acht auf dem CSD verletzte Menschen versorgt, vier konnten inzwischen entlassen werden", teilte ein Sprecher des Klinikums mit. Vier weitere Verletzte würden derzeit auf der Intensivstation versorgt. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe nach seiner Aussage "keine Lebensgefahr".

In der Charité sind insgesamt acht Verletzte behandelt worden.
In der Charité sind insgesamt acht Verletzte behandelt worden.  © Lilli Förter/dpa

26. Juli, 11.46 Uhr: Polizei durchsucht Wohnung in Schöneberg

Auf der Suche nach Abdul B. (21) hat die Polizei in der Nacht zu Sonntag eine Wohnung in Schöneberg durchsucht, in der der mutmaßliche Täter wohnen soll.

Der Tatverdächtige konnte dort jedoch nicht angetroffen werden. Festnahmen gab es nicht.

Ein Polizist steht im Hauseingang des Wohnblocks, in dem in der Nacht eine Wohnung durchsucht worden ist.
Ein Polizist steht im Hauseingang des Wohnblocks, in dem in der Nacht eine Wohnung durchsucht worden ist.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 11.39 Uhr: Schwer bewaffnete Einheiten durchsuchen S-Bahnhof

Am Sonntagmorgen haben schwer bewaffnete Einheiten den S-Bahnhof Anhalter Bahnhof durchsucht.

Nach Informationen von Bild sollen etwa ein Dutzend Beamte die nähere Umgebung abgeriegelt und die Eingänge umstellt haben.

"Die Einsatzkräfte haben den Auftrag, dort alles zu durchsuchen. Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Bahnhof muss gesperrt werden. Es wird nach möglichen Spuren im Zusammenhang mit dem Tatgeschehen gesucht", erklärte Polizeisprecher Florian Nath.

Der Bahnverkehr musste unterbrochen werden.

Schwer bewaffnete Polizisten haben am Sonntagmorgen den Anhalter Bahnhof abgeriegelt.
Schwer bewaffnete Polizisten haben am Sonntagmorgen den Anhalter Bahnhof abgeriegelt.  © Michael Ukas/dpa

26. Juli, 11.19 Uhr: Polizei sucht Tatort systematisch ab

Nach Informationen von NTV suchen Polizisten den Tatort im Tiergarten noch einmal systematisch ab.

Fernsehbilder haben mehrere Einsatzkräfte gezeigt, die sich am Ort des Geschehens in einer Reihe aufgestellt haben. Möglicherweise sind die Ermittler auf der Suche nach einer Stichwaffe, die der Täter bei sich geführt haben könnte.

Nach Polizeiangaben berichteten Zeugen von Menschen, die durch Stiche verletzt worden sein sollen und einige wollen auch einen schwarz gekleideten Mann mit einer Machete gesehen haben.

Einsatzkräfte haben den Tatort im Tierpark noch einmal gründlich abgesucht.
Einsatzkräfte haben den Tatort im Tierpark noch einmal gründlich abgesucht.  © Sebastian Gollnow/dpa
Der Tatort ist weiträumig abgesperrt.
Der Tatort ist weiträumig abgesperrt.  © Julian Stähle

26. Juli, 10.51 Uhr: Spranger bricht Urlaub ab, Pressekonferenz für Nachmittag oder Abend angesetzt

Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) hat aufgrund des tödlichen Anschlags ihren Urlaub unterbrochen und sich auf den Weg nach Berlin gemacht, wie eine Sprecherin mitteilte.

Für den Nachmittag oder frühen Abend will sie gemeinsam mit Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz über den Stand der Ermittlungen informieren.

Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) hat aufgrund des Vorfalls beim CSD ihren Urlaub unterbrochen.
Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) hat aufgrund des Vorfalls beim CSD ihren Urlaub unterbrochen.  © Hannes P Albert/dpa

26. Juli, 10.40 Uhr: Queere Community zeigt sich bestürzt, sämtliche CSD-Veranstaltungen abgesagt

Nach dem Anschlag hat sich die queere Gemeinschaft bestürzt gezeigt. "Der Regenbogen hat heute einen Riss bekommen. Das ist ein dunkler Tag für unsere Community und unser Land", schreibt der LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt bei Instagram.

Man sei erschüttert über das Geschehen. "Unsere Gedanken sind bei allen, die direkt betroffen sind". Da die Hintergründe derzeit noch unklar seien, bat der Verband darum, keine Spekulationen zu verbreiten, sondern auf gesicherte Informationen zu warten.

Derweil wurden sämtliche Veranstaltungen rund um den CSD in Berlin für den Sonntag abgesagt.

Der Verband Queere Vielfalt spricht von einem dunklen "Tag für unsere Community und unser Land".
Der Verband Queere Vielfalt spricht von einem dunklen "Tag für unsere Community und unser Land".  © Fabian Sommer/dpa

26. Juli, 10.02 Uhr: Bundesanwaltschaft steht mit Berliner Behörden in Kontakt

Wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Morgen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, steht die Behörde in Karlsruhe in engem Kontakt mit den Ermittlern in Berlin.

Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen allerdings noch nicht übernommen. Die oberste deutsche Anklagebehörde kann Fälle von besonderer Bedeutung, beispielsweise islamistisch motivierten Terrorismus, an sich ziehen.

Der Generalbundesanwalt könnte die Ermittlungen an sich ziehen.
Der Generalbundesanwalt könnte die Ermittlungen an sich ziehen.  © Christoph Schmidt/dpa

26. Juli, 8.20 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz spricht von abscheulicher Tat

Am Sonntagmorgen hat sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei X zu dem Anschlag in der Hauptstadt geäußert.

"Was für eine abscheuliche Tat in Berlin", zeigte er sich bestürzt. "Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft", betonte der 70-Jährige.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat den Anschlag in Berlin als einen "Angriff auf unsere Gesellschaft" bezeichnet.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat den Anschlag in Berlin als einen "Angriff auf unsere Gesellschaft" bezeichnet.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 7.40 Uhr: Polizei fahndet öffentlich nach mutmaßlichem Täter

Wie die Polizei mitteilt, handelt es sich bei dem Gesuchten um den 21-jährigen Abdul B.

Nach Angaben eines Polizeisprechers auf X handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen "polizeibekannten Mann, der dem islamistischen Spektrum zugerechnet" wird. Gegen ihn wird im Zusammenhang mit dem Anschlag ermittelt. Bei seiner Flucht soll er mehrere Menschen mit einer Machete verletzt haben.

Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde der Tatverdächtige erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen.

Der Mann wird wie folgt beschrieben:

  • schlanke Statur
  • circa 1,90 Meter groß
  • schwarze Haare
  • schwarzer Hoodie und weiße Hose

Wer den 21-Jährigen gesehen hat oder Hinweise zu seinem Aufenthaltsort geben kann, wird gebeten, sich umgehend unter der Telefonnummer 030 54024111 bei der Polizei Berlin zu melden. Zudem hat die Polizei ein Hinweisportal eingerichtet.

Der 21-Jährige gilt nach Angaben der Polizei als "möglicherweise bewaffnet und gefährlich". Die Beamten raten deshalb dringend davon ab, ihn anzusprechen oder selbst Kontakt zu ihm aufzunehmen.

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um den polizeibekannten Abdul B. handeln, der dem islamistischen Spektrum zugerechnet wird.
Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um den polizeibekannten Abdul B. handeln, der dem islamistischen Spektrum zugerechnet wird.  © Bildmontage: Fabian Sommer/dpa, Polizei Berlin/dpa

26. Juli, 7.06 Uhr: Kai Wegner, Stefan Evers und Sarah Connor äußern sich zum Vorfall

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU), der selbst an der Parade teilgenommen hatte, hat sich zu dem schrecklichen Vorfall geäußert.

"Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft - nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert", sagte Wegner. "Berlin ist die Stadt der Freiheit - und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden."

Stefan Evers (46), CDU-Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl im September, meldete sich beim Kurznachrichtendienst X zu Wort: "Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz", zeigte er sich betroffen und dankte allen Helfern.

Sarah Connor (46), die kurz zuvor noch einen Auftritt bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor hatte, sagte in ihrer Instagram-Story: "Mir fehlen die Worte, ich finde es furchtbar" und sprach den Betroffenen ihr Mitgefühl aus.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU, M.) hat selbst am CSD teilgenommen und noch vor Ort ein Statement abgegeben.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU, M.) hat selbst am CSD teilgenommen und noch vor Ort ein Statement abgegeben.  © Fabian Sommer/dpa
Sarah Connor (46) stand noch kurz vor dem Anschlag auf der Bühne am Brandenburger Tor.
Sarah Connor (46) stand noch kurz vor dem Anschlag auf der Bühne am Brandenburger Tor.  © Fabian Sommer/dpa

25. Juli, 22.32 Uhr: Transporter fährt in Menschenmenge, CSD wird abgebrochen

Rettungskräfte kümmern sich um die teilweise lebensgefährlich verletzten Personen.
Rettungskräfte kümmern sich um die teilweise lebensgefährlich verletzten Personen.  © Fabian Sommer/dpa

Gegen 22 Uhr war ein weißer Transporter in Höhe der Lennéstraße mit hoher Geschwindigkeit unterwegs und erfasste mehrere Menschen. Das stark demolierte Fahrzeug wurde sichergestellt. Wer den Transporter steuerte, war zunächst nicht bekannt. Der Fahrer befindet sich auf der Flucht.

Dutzende Menschen wurden bei dem Vorfall verletzt, mehrere von ihnen lebensgefährlich. Laut Polizei sei eine Person verstorben, 16 verletzte Menschen sind bisher bekannt. "Bitte meiden Sie den Bereich und umfahren ihn weiträumig", lautete die Warnung an die Bevölkerung.

Das Live-Programm vor Ort wurde während einer Michael-Jackson-Show abrupt beendet.

Titelfoto: Bildmontage: Julian Stähle, Polizei Berlin/dpa

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