Jahrhundert-Fund in Brandenburg: Dieses Kreuz findet nach 1000 Jahren sein Gegenstück

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Berlin - Es klingt wie aus einem Abenteuerfilm: Ein kleines Kreuz liegt ein Jahrtausend im Boden verborgen, während sein Werkzeug längst im Museum schlummert. Jetzt wurden beide wieder zusammengeführt – und sorgen für Begeisterung bei Archäologen

Das Bronze-Kreuz (r.) und die in den 1980er Jahren gefundene Gussform (l.) sind wieder vereint.
Das Bronze-Kreuz (r.) und die in den 1980er Jahren gefundene Gussform (l.) sind wieder vereint.  © Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Neues Museum Berlin

Im Neuen Museum in Berlin wurde jetzt das sogenannte "Spandauer Kreuz" präsentiert. Der spektakuläre Fund stammt aus dem 10. oder 11. Jahrhundert – und hat eine unglaubliche Geschichte. Entdeckt wurde das Bronzekreuz von der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin Juliane Rangnow auf einem Acker im Havelland.

Das Besondere: Die passende Gussform zu genau diesem Kreuz war bereits 1983 bei Ausgrabungen in Berlin-Spandau gefunden worden. Jahrzehntelang lag sie im Museum für Vor- und Frühgeschichte – ohne das dazugehörige Werkstück. Bis jetzt!

Erst durch aufwendige Untersuchungen und Vermessungen konnte bestätigt werden: Kreuz und Gussform gehören tatsächlich zusammen.

Berlin: In Berlin geschnappt: Sergej K. soll für Russland spioniert haben!
Berlin In Berlin geschnappt: Sergej K. soll für Russland spioniert haben!

Ein absoluter Glücksfall für die Forschung, denn ein solcher Fund ist extrem selten.

Eine Geschichte wie aus einem "Indiana Jones"-Film

Die Fundstücke sind derzeit im Neuen Museum in Berlin zu sehen. (Archivfoto)
Die Fundstücke sind derzeit im Neuen Museum in Berlin zu sehen. (Archivfoto)  © Christoph Soeder/dpa

Brandenburgs Kulturstaatssekretär Tobias Dünow (54) erinnert das Ganze an einen Film: "Als ich das erste Mal von diesem Fund hörte, musste ich an Indiana Jones denken: Ein kleines Bronzekreuz liegt rund 1000 Jahre im Boden – eine Gussform wartet seit mehr als 40 Jahren in einem Berliner Museum auf ihr Gegenstück. Und dann findet eine ehrenamtliche Schatzgräberin dieses Gegenstück auf einem Havelländer Acker. Klingt nach einem Drehbuch, ist aber Realität."

Doch der Fund ist nicht nur spektakulär, sondern auch historisch bedeutsam. Das kleine Radkreuz gilt als Hinweis auf die frühe Christianisierung der Region. Schon im 10. Jahrhundert kam das Christentum durch Eroberungen in das Gebiet zwischen Elbe und Oder – damals lebten hier vor allem slawische Stämme.

Diese lehnten den neuen Glauben zunächst ab. Erst Jahrhunderte später setzte sich das Christentum dauerhaft durch. Funde wie das Spandauer Kreuz liefern daher seltene Einblicke in diese spannende Umbruchzeit.

Berlin: Politik zum Anfassen: Kai Wegner öffnet sein Büro für Neugierige
Berlin Politik zum Anfassen: Kai Wegner öffnet sein Büro für Neugierige

Noch bis Ende Juli 2026 können Besucher im Neuen Museum beide Teile bestaunen – das Kreuz und seine Form. Ein Stück Geschichte, das nach Jahrhunderten wieder zusammengefunden hat.

Titelfoto: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Neues Museum Berlin

Mehr zum Thema Berlin: