Von Julia Kilian
Berlin - Mehr als ein Jahrhundert nach der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht (beide †47) haben Tausende Menschen in Berlin an die beiden Kommunistenführer erinnert.
Rund 8000 Menschen hätten sich an der zentralen Demonstration beteiligt, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Anders als in den Vorjahren habe es bisher keine Ausschreitungen gegeben.
Vereinzelt sei Pyrotechnik abgebrannt, aber niemand verletzt worden, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Zunächst sei die Demonstration "ohne große Vorkommnisse" verlaufen. Die Behörde setzte rund 500 Einsatzkräfte ein.
Die Parteichefs der Linken legten an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde rote Nelken nieder.
Dort waren die Bundesvorsitzenden Ines Schwerdtner (36) und Jan van Aken (64) sowie die Linke-Spitzenkandidatin zur Berliner Abgeordnetenhauswahl, Elif Eralp (45).
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht 1919 von rechten Freikorps-Soldaten erschossen
Die Kommunisten Liebknecht und Luxemburg waren 1919 erschossen worden. Unter Liebknecht - Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands - hatte ein Revolutionsausschuss die Regierung des Sozialdemokraten Friedrich Ebert (†54) für abgesetzt erklärt.
Es gab Massendemonstrationen. Der "Spartakusaufstand" wurde niedergeschlagen.
Luxemburg und Liebknecht tauchten unter, wurden jedoch entdeckt, verschleppt und verhört. Rechtsgerichtete Freikorps-Soldaten erschossen Liebknecht im Tiergarten.
Luxemburg wurde ebenfalls nach dem Verhör in einem Auto erschossen. Ihre Leiche wurde in den Berliner Landwehrkanal geworfen und erst Ende Mai 1919 gefunden.
Erstmeldung von 6.55 Uhr, aktualisiert um 15.06 Uhr