Von Stefan Kruse
Berlin - Das von der Initiative "Verkehrsentscheid" angestrebte weitgehende Autoverbot in der Innenstadt würde 29,5 Prozent der Berliner betreffen, also fast ein Drittel.
Auf diese Menschen, die innerhalb des S-Bahn-Rings wohnen, entfallen 24,5 Prozent aller in Berlin zugelassenen Pkw, also rund ein Viertel. Das geht aus jetzt veröffentlichten Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor.
Im Durchschnitt kommen im inneren Stadtgebiet demnach weniger als 20 private Pkw auf 100 Einwohner, und zwar genau 19,5. Rein rechnerisch teilen sich also fünf Menschen ein privates Auto.
Die tatsächliche private Pkw-Dichte schwankt innerhalb des Rings jedoch erheblich. Je nach Stadtteil kommen 13 bis 37 Fahrzeuge auf 100 Einwohner: Den niedrigsten Anteil gibt es den Angaben zufolge in der Heidestraße in Mitte, der Boulevard Unter den Linden in Mitte verzeichnet den höchsten Anteil.
Die Initiative hatte im Januar ein Volksbegehren für ihr Anliegen gestartet. Bis zum 8. Mai hat sie Zeit, 174.000 Unterschriften für einen Volksentscheid über ihren Gesetzentwurf zu sammeln.
Nach ihren Plänen sollen nach einer Übergangszeit von vier Jahren fast alle Straßen innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings mit Ausnahme der Bundesstraßen zu "autoreduzierten Straßen" erklärt werden. Private Autofahrten sollen pro Person nur an zwölf Tagen im Jahr erlaubt sein.
Kein Parken mehr innerhalb des Rings
Ausnahmen sind unter anderem für Menschen mit Behinderung, Polizei, Rettungsdienste, Müllabfuhr, Wirtschafts- und Lieferverkehr geplant.
Auf den Straßen innerhalb des S-Bahn-Rings soll Dauerparken auf der Straße nach dem Willen der Bürgerinitiative nicht mehr möglich sein.
Um Verdrängungsbewegungen zu vermeiden, soll die Parkraumbewirtschaftung knapp außerhalb des Rings ausgeweitet werden, um Parken am Ring teurer und unattraktiv zu machen.
Wer sein Auto behalten und kostenlos abstellen will, müsste es also in Stadtteilen weiter weg vom Ring parken.