Berlin - Einst war die "Helle Tierarche" in Berlin-Hellersdorf ein Ziel für Familien- und Schulausflüge, jetzt musste das Bezirksamt die Notbremse auf dem verwahrlosten Tierhof ziehen.
"Der bisherige Betreiber der 'Hellen Tierarche' hat das Bezirksamt am 22. Mai 2026 darüber informiert, dass die Tiere im Oschatzer Ring 1 künftig nicht mehr durch den Verein versorgt und betreut werden", teilte die Behörde am Donnerstag mit.
Die insgesamt 27 Tiere wurden demnach einfach unversorgt ihrem Schicksal überlassen. "Das Bezirksamt sah sich daher gezwungen, ihre Versorgung mit eigenen personellen Ressourcen sicherzustellen", hieß es in der Mitteilung.
Vor Ort seien erhebliche Mängel festgestellt worden. So habe artgerechtes Futter nicht in ausreichender Menge zur Verfügung gestanden. Bei einigen Tieren sollen sogar bereits gesundheitliche Probleme bestanden haben.
"Ohne das sofortige Eingreifen des Bezirksamtes wären die Tiere in Lebensgefahr geraten", betonte die Behörde.
Die Tiere werden nun erst einmal in einer anderen Einrichtung untergebracht, in der eine artgerechte Haltung gewährleistet ist, da der Tierschutz oberste Priorität habe.
Neu gegründeter Betreiber-Verein unter Führung von AfD-Mann
Gegründet wurde der beliebte Streichelzoo im Jahr 2013 vom Berliner Ausbildungs- und Beschäftigungsband e.V. (BABB).
Ziel war ein Umweltbildungsangebot über vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und deren erfolgreiche Zucht, darunter Thüringer Waldziegen, Walliser Schwarznasenschafe, braune Bergschafe und Mangalitza-Wollschweine.
2024 musste der BABB Insolvenz anmelden und der Tierhof sollte in der Folge vom neu gegründeten Verein "Helle Tierarche e.V." übernommen werden. Hinter den Kulissen kam es jedoch zu massiven Unstimmigkeiten, nicht zuletzt durch die Wahl von AfD-Mann Ralf Lechelt zum neuen Vorsitzenden.
Bereits im Februar musste das Bezirksamt den Bauernhof aufgrund massiver hygienischer Mängel für die Öffentlichkeit schließen. Dennoch soll das Projekt für Kinder und Familien erhalten bleiben.
"Ziel ist, den Tierbestand künftig gesund und sicher unterzubringen und gleichzeitig das pädagogische Angebot weiterzuentwickeln, weil wir wissen, wie wichtig und beliebt das Angebot in der Nachbarschaft und darüber hinaus ist", bekräftigte Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (47, CDU).