Nach geplatztem Berliner AquaDom: Aufräumarbeiten und Ursachen-Suche geht weiter!

Berlin - Warum ist das Großaquarium am Berliner Dom geplatzt? Und wie geht es dort weiter? Am Tag nach dem Unglück, das fast eine Katastrophe geworden wäre, sind noch einige Fragen offen.

Die Wassermassen spülten am Freitagmorgen Trümmerteile auf die Straße.
Die Wassermassen spülten am Freitagmorgen Trümmerteile auf die Straße.  © Soeren Stache/dpa

Einen Tag nach dem Platzen des riesigen Berliner Aquariums Aquadom geht es weiter um das Aufräumen an der Unglücksstelle und die Suche nach Antworten. Am Freitag war das Aquarium mit rund 1500 Fischen, das sich in einem Hotel nahe dem Dom befand, zerborsten.

Eine Million Liter Wasser ergossen sich aus dem zerstörten 16 Meter hohen Glaszylinder in das Hotel und auf die Straße, die Szenerie glich einem Trümmerfeld.

Weil so früh morgens zahlreiche Hotelgäste noch nicht im Erdgeschoss unterwegs waren, wurden nur zwei Menschen leicht verletzt. Die Polizei und viele Gäste sprachen von einem sehr lauten Knall. Teile der Fassade des Hotels flogen auf die Straße, große Mengen Wasser strömten heraus.

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Polizei und Feuerwehr waren mit jeweils etwa 100 Personen im Einsatz. Die Pumparbeiten des Technischen Hilfswerks sollten bis in die Nacht zum Samstag dauern.

Die Berliner Feuerwehr fand noch einige Dutzend Fische lebend im unteren Bereich des zerborstenen Gefäßes. Spezialkräfte hätten diese geborgen, sagte Feuerwehrsprecher James Klein. Sie sollten in anderen Aquarien untergebracht werden.

Materialermüdung als Ursache vermutet: Ermittlungen dauern an

Von der riesigen Wassersäule ist nichts mehr übrig. Das Aquarium wurde erst kürzlich vollumfassend saniert und modernisiert.
Von der riesigen Wassersäule ist nichts mehr übrig. Das Aquarium wurde erst kürzlich vollumfassend saniert und modernisiert.  © Bildmontage: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa, Iva Yudinski/instagram/tnn/dpa

Viel Wasser lief in die Kanalisation, viel aber auch in Keller und benachbarte Einrichtungen - etwa das DDR-Museum.

Der Aquadom war nach Angaben der Betreiber das "größte, zylindrische frei stehende Aquarium der Welt", eine bekannte Attraktion in Berlin. Es war ein Behälter aus Acrylglas, der einen Durchmesser von 11,5 Metern hatte. Die Scheiben sollen 20 Zentimeter dick gewesen sein.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (61, SPD) sagte am Freitag: "Die Ermittlungen zur Ursache sind natürlich noch nicht abgeschlossen, erste Anzeichen deuten jedoch auf eine Materialermüdung."

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Fische von über 100 verschiedenen Arten schwammen in den 1000 Kubikmetern Salzwasser. Das entsprach einem Gewicht von etwa 1000 Tonnen.

Das Aquarium wurde den Angaben zufolge bis Sommer 2020 umfassend modernisiert und öffnete dann wegen der Corona-Pandemie erst 2022 wieder.

Der Bau soll vor knapp 20 Jahren nach damaligen Mitteilungen und Berichten knapp 13 Millionen Euro gekostet haben.

Tierschutzorganisation Peta stellt Strafanzeige: "riesengroße, menschengemachte Tragödie"

Einige wenige Aquariumbewohner konnten gerettet werden (links), sehr viele mehr verloren jedoch durch das Unglück ihr Leben. Dies soll künftig verhindert werden, findet die Tierschutzorganisation Peta.
Einige wenige Aquariumbewohner konnten gerettet werden (links), sehr viele mehr verloren jedoch durch das Unglück ihr Leben. Dies soll künftig verhindert werden, findet die Tierschutzorganisation Peta.  © Bildmontage: Lena Lachnit/dpa, Soeren Stache/dpa

Die Eigentümerfirma des Aquadoms zeigte sich "bestürzt über das Unglück". Der Grund für das Zerbersten des riesigen Zylinders sei noch "völlig unklar", sagte ein Sprecher der Firma Union Investment.

"Wir versuchen, uns derzeit in Abstimmung mit Polizei und Feuerwehr vor Ort ein genaueres Bild von der Lage und des entstandenen Schadens zu verschaffen."

Kritik gab es von der Tierschutzorganisation Peta. "Wir werden Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstatten, weil hier offenbar fahrlässig mit dem Leben von rund 1500 Fischen umgegangen wurde", teilte ein Sprecher der Organisation am Freitag mit.

Die Zerstörung des Aquariums sei eine "riesengroße, menschengemachte Tragödie". Es dürfe nicht wieder aufgebaut werden.

Titelfoto: Bildmontage: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa, Iva Yudinski/instagram/tnn/dpa

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