Missbrauchsvorwürfe: Jugendclub in Neukölln bleibt weiterhin geschlossen

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Von Marion van der Kraats

Berlin - Ein Mädchen soll in einem Jugendzentrum von Teenagern vergewaltigt worden sein. Eigentlich sollte die Einrichtung zu Beginn der Sommerferien wieder öffnen, doch der Club bleibt vorerst geschlossen.

Im Raum steht der Verdacht, dass der Fall absichtlich vertuscht worden sein könnte. (Archivfoto)
Im Raum steht der Verdacht, dass der Fall absichtlich vertuscht worden sein könnte. (Archivfoto)  © Jens Kalaene/dpa

Nach Vergewaltigungsvorwürfen bleibt der Jugendclub in Berlin-Neukölln auf unabsehbare Zeit geschlossen. Zwar gebe es im Jugendamt Überlegungen, unter welchen Umständen eine Wiedereröffnung möglich sei, erklärte ein Sprecher des Bezirksamtes Neukölln auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Konkrete Pläne gebe es aber nicht. 

Der Jugendclub war Mitte März nach Bekanntwerden der Vorwürfe geschlossen worden. Eine Wiedereröffnung sei frühestens in den Sommerferien realistisch, hieß es damals von der zuständigen Jugendstadträtin Sarah Nagel (41, Linke).

Voraussetzung seien grundlegende Veränderungen und ein neues pädagogisches Konzept, erklärte die Linke-Politikerin. Die Jugendstadträtin steht in dem Fall selbst in der Kritik. 

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Berlin Auch das noch: Prinzenbad wegen Brand geschlossen

Weder das Jugendzentrum noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks erstatteten Anzeige. Zu den Gründen gibt es unterschiedliche Darstellungen. Inzwischen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Vorfall. 

Kommission prüft den Fall

Die Staatsanwaltschaft ist bereits in den Fall involviert. (Archivfoto)
Die Staatsanwaltschaft ist bereits in den Fall involviert. (Archivfoto)  © Soeren Stache/dpa

Eine unabhängige Kommission untersucht seit Ende April den Fall. Nach den Plänen soll die Kommission bis Anfang September ihren Abschlussbericht der Öffentlichkeit vorstellen. Ziel sei die Aufklärung des Sachverhalts und eine Analyse von Fehlern, hieß es seinerzeit. Auch Empfehlungen für die Zukunft erhofft sich das Bezirksamt. 

Neben den Vorwürfen gegen mehrere Jugendliche geht es auch um Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Strafvereitelung und der Strafvereitelung im Amt. Zudem gingen laut Polizei - überwiegend online über die Internetwache - mehrere Hinweise auf "fehlerhaftes bzw. gegebenenfalls strafrechtlich relevantes Handeln bzw. Unterlassen" ein. 

Bislang ist laut Staatsanwaltschaft noch offen, ob gegen Jugendstadträtin Nagel ein Verfahren eingeleitet wird. Die Prüfung dauere an, so der Behördensprecher.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa

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