Krankschreibung per Telefon? Berlin und Brandenburg sind dafür

Von Sarah Knorr

Berlin - Berlin und Brandenburg wollen die telefonische Krankschreibung behalten – trotz Kritik von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU), der den Krankenstand in Deutschland zu hoch findet.

Seit 2023 können sich Patientinnen und Patienten auch telefonisch krankschreiben lassen. (Symbolfoto)
Seit 2023 können sich Patientinnen und Patienten auch telefonisch krankschreiben lassen. (Symbolfoto)  © Hannes P Albert/dpa

"Die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, löst kein Problem. Sie hat sich in den Praxen bewährt, entlastet die Mitarbeitenden und hilft den erkrankten Menschen", sagte Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (59, SPD).

Auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller (54, parteilos) betonte: "Sie ermöglicht eine ärztliche Einschätzung ohne unnötige Wege und entlastet Arztpraxen, insbesondere in Zeiten hoher Infektionszahlen."

Seit Ende 2023 können Patienten auch ohne Praxisbesuch eine Krankschreibung erhalten – wenn sie in der Praxis bekannt sind und keine schweren Symptome haben.

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Merz kritisierte den hohen Krankenstand und stellte die Regelung infrage. Gesundheitsministerin Nina Warken (46, CDU) kündigte eine Überprüfung an.

Berliner im Durchschnitt 19 Tage krank pro Jahr

Die Zahlen zeigen: Berliner DAK-Versicherte waren 2025 im Schnitt 19 Tage krank, in Brandenburg 22,9 Tage – vor allem wegen Atemwegs-, psychischer und Muskel-Skelett-Erkrankungen. Die Techniker Krankenkasse meldet ähnliche Werte.

Für chronisch kranke und behinderte Menschen ist die telefonische Krankschreibung besonders wichtig. "Wer sie streicht, verschlechtert den Alltag von Menschen, die arbeiten wollen, aber nicht immer können", warnte der Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderung.

Besonders mit psychischen Erkrankungen sei der Arztbesuch im Krankheitsfall schlicht schwer zu bewältigen.

Titelfoto: Hannes P Albert/dpa

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