Rassismus-Eklat in Bezirksliga: Spiel wegen Juden-Hass abgebrochen
Berlin - Am Sonntag musste in Berlin-Spandau ein Fußballspiel in der Bezirksliga abgebrochen werden, nachdem ein Zuschauer einen der Spieler aufs Widerlichste antisemitisch beleidigt hatte.
Um 13 Uhr wurde die Partie zwischen den zweiten Mannschaften von SSC Teutonia 1899 und TuS Makkabi Berlin im Sportstadion in Hakenfelde angepfiffen.
Nach gespielten 55 Minuten musste die Begegnung in der 2. Halbzeit beim Stand von 2:0 für die Gastgeber allerdings vorzeitig abgebrochen werden, wie die Polizei am Montag mitteilte.
Auslöser war nach ersten Erkenntnissen eine antisemitische Beleidigung, die einer der Zuschauer gegenüber einem Kicker des jüdischen Vereins TuS Makkabi geäußert haben soll.
Demnach habe der 52-Jährige bei einem Einwurf zunächst eine herabwürdigende Bemerkung zur Armbinde des TuS-Kapitäns getätigt und anschließend weitere demütigende Äußerungen von sich gegeben.
Aus diesem Grund entschloss sich die Mannschaft, nicht weiterzuspielen, sodass der Schiedsrichter die Partie kurz darauf abbrechen musste.
Weiterer Vorfall überschattet Berliner Fußball am Wochenende
Anwesende Polizeikräfte konnten den Übeltäter im Publikum ausmachen und stellten seine Identität fest. Gegen den Mann wird wegen des Verdachts der antisemitischen Volksverhetzung und Beleidigung ermittelt. Der Polizeiliche Staatsschutz ist hierbei federführend.
Es war nicht der einzige Vorfall, der den Berliner Fußball am vergangenen Wochenende in ein schlechtes Licht gerückt hat.
Ebenfalls am Sonntagnachmittag gab es in der Kreisliga einen Zwischenfall. Nach dem Duell zwischen Eintracht Mahlsdorf und dem Hellersdorfer FC.
Nach Abpfiff sollen gegen 15 Uhr etwa 20 Personen den Sportplatz am Oschatzer Ring in Hellersdorf gestürmt und zwei Spieler und einen Fan der Gastmannschaft geschlagen und getreten haben.
Kurz zuvor habe ein Zuschauer einem 23-jährigen Gäste-Kicker einen Ball ins Gesicht geschossen und dem Spieler mit der Faust ins Gesicht geschlagen, teilte die Polizei mit. Einer der Angreifer soll einen der Spieler zudem in die Kabine verfolgt haben, wo er mit einem Feuerlöscher auf ihn losgehen wollte. Er konnte demnach von anderen Zuschauern davon abgehalten werden.
In diesem Fall ermittelt die Behörde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Körperverletzung, Bedrohung und des Verdachts des Landfriedensbruchs.
Titelfoto: Matthias Koch/dpa

