Totalcrash perfekt: Viktoria Berlin steigt in die 6. Liga ab – und keinen interessiert's

Berlin - Der dritte Abstieg binnen vier Jahren ist praktisch besiegelt! Der frühere Drittligist Viktoria Berlin spielt künftig sechstklassig.

Ins Stadion Lichterfelde von Viktoria Berlin verirrten sich spätestens nach dem Abstieg immer weniger Fans. (Archivfoto)  © imago / Picture Point

Nach der 0:3-Niederlage im Heimspiel gegen Tasmania Berlin ist der Rückstand aufs rettende Ufer fünf Spieltage vor Schluss auf 15 Punkte und minus 46 Tore angewachsen. Mit anderen Worten: Der Totalcrash ist perfekt!

Viktoria liegt nach 25 von 30 Spieltagen auf dem 16. und letzten Tabellenplatz der NOFV-Oberliga Nord, mindestens die beiden Schlusslichter steigen ab.

Für die Himmelblauen bedeutet das ab kommender Saison: Berlin-Liga und der endgültige Absturz in den Amateurfußball. Die Zuschauerzahlen in Berlin-Lichterfelde riechen schon länger nach Breitensport.

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Nur einmal in 2026 knackte Viktoria überhaupt die hundert Anwesenden, auch beim Endspiel gegen Spitzenreiter Tasmania Berlin blieb das Stadion (bis zu 3600 Zuschauer möglich) gähnend leer. Sage und schreibe 69 Fans hielten am Sonntag den Himmelblauen die Stange.

Dabei schickte sich "Viki" einst an, die "dritte Kraft Berlins" hinter Hertha BSC und Union Berlin zu werden.

Doch der Verein, das 2013 aus einer Verschmelzung des BFC Viktoria 1889 und des Lichterfelder FC Berlin entstand, hat nicht nur durch den abermaligen Abstieg Kredit bei den Fans verspielt.

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Viktoria Berlin lässt die Zahlungsmoral vermissen – und bekommt die Quittung

Bild mit Symbolcharakter: Trainer Thomas Kost (56) wurde schon früh in der Saison alleingelassen – und warf nach nur drei Monaten hin. (Archivfoto)  © TAG24/Lukas Schulze

Viktoria, das vor Jahren die Ersten Herren, U19 und U17 in eine Spielbetriebs GmbH ausgliederte, machte immer wieder durch finanzielle Wagnisse und Nöte von sich reden. Ein nach dem Regionalliga-Abstieg vorläufiges Insolvenzverfahren wurde im August 2025 wieder eingestellt, an seriöses Wirtschaften war weiter nicht zu denken.

Der nach dem Abstieg neu zusammengestellte Kader wartete ab dem ersten Monat auf die Bezahlung seiner Gehälter und verlor schnell die Motivation.

Einzelne Spieler und Trainer Thomas Kost (56) klagten wegen ausstehender Löhne und flüchteten nach wenigen Monaten wieder.

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Der Herrenbereich stellte sämtliche Aktivitäten auf der Vereins-Homepage ein, berichtete nur noch an und vor Spieltagen in den sozialen Medien über die Ergebnisse. Seit Monaten vermitteln die Gesellschafter den Eindruck, als hätte sich die Abteilung längst ihrem Schicksal ergeben.

Schon im vergangenen Sommer nach dem Viertliga-Abstieg wurde öffentlich angezweifelt, ob Viktoria Berlin überhaupt weiter an den Start gehe. Auch damals glänzte der Klub durch Desinformation und fehlende Transparenz.

Das Projekt Viktoria Berlin, das 2021 in die 3. Liga aufstieg und viermal den Landespokal Berlin holte, ist krachend gescheitert – und keinen interessiert's.

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