Vergewaltigung im Jugendzentrum? Polizei wurde zu spät informiert

Von Marion van der Kraats

Berlin - Eine mutmaßliche Vergewaltigung in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln blieb offenbar lange ungemeldet. Erst als sich das Opfer einer Polizistin anvertraut, kommt der Fall ans Licht. Nun stehen dringende Fragen im Raum.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall. (Archivfoto)
Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall. (Archivfoto)  © Fabian Sommer/dpa

Laut Bild-Informationen sollen Sozialarbeiter der Einrichtung den Fall nicht an die Polizei gemeldet haben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, die Prüfung stehe noch am Anfang. Weitere Auskünfte könnten derzeit nicht erteilt werden.

Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) bestätigte Angaben aus dem Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach das Landeskriminalamt (LKA) das Handy eines beschuldigten Jugendlichen beschlagnahmte.

Die Kriminalpolizei soll demnach erst von dem Fall erfahren haben, als sich die betroffene 16-jährige Schülerin einer Präventivbeamtin der Polizei anvertraute.

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Diese schaltete das LKA ein. Von dem Jugendzentrum lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Innensenatorin: Polizei ist sofort aktiv geworden

Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) lobt das schnelle Eingreifen der Polizei. Nun müsse der Bezirk den Fall aufklären. (Archivfoto)
Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) lobt das schnelle Eingreifen der Polizei. Nun müsse der Bezirk den Fall aufklären. (Archivfoto)  © Britta Pedersen/dpa

Spranger sagte: "Die Polizei hat sofort reagiert." Das LKA ermittele in dem Fall. Berichte über den Fall sollen so stimmen, sagte sie und betonte: "Was nicht funktioniert hat, müssen der Bezirk, die zuständige Stadträtin und die Senatsverwaltung wirklich klären: Aufklärung wäre da sehr, sehr wichtig."

Auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel (59) erklärte, die Kriminalpolizei sei sofort aktiv geworden, als sie informiert worden sei.

Laut "Bild" wurde die Schülerin im Januar von mehreren Jungen in einen hinteren Raum getragen, auf eine Couch geworfen und von den Jugendlichen sexuell belästigt. Erst als eine Mitarbeiterin gekommen sei, hätten sie von dem Mädchen abgelassen.

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Später soll sie berichtet haben, sie sei bereits im vergangenen Jahr in dem Jugendzentrum vergewaltigt worden.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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