Berlin - Die verschobene Zwangsversteigerung des "Quartier 206" in der Friedrichstraße löst einen Showdown um eine der bekanntesten Luxus-Adressen der Hauptstadt aus.
Beim zuständigen Amtsgericht Mitte gingen am Freitag nur zwei Gebote ein – über 39 und 40 Millionen Euro. Damit lag das Höchstgebot deutlich unter dem zuletzt angesetzten Verkehrswert von satten 187 Millionen Euro.
Laut Gericht stammt das Top-Gebot über 40 Millionen Euro von einer luxemburgischen Holding. Innerhalb der vorgeschriebenen Bietezeit von mindestens 30 Minuten blieb es bei diesen zwei Angeboten, wie der rbb zunächst berichtete.
Nach Ablauf der Frist entschieden die Gläubigervertreter jedoch, den Zuschlag noch nicht zu erteilen. Stattdessen soll in einem separaten Termin über den Verkauf entschieden werden.
Das "Quartier 206" gehört zu den berühmten Friedrichstadt-Passagen – direkt neben dem einstigen Edel-Kaufhaus Lafayette (Quartier 207).
Einst Luxus-Hotspot – heute viele Leerstände
Nach der Wende als luxuriöse Shopping-Mall im Art-déco-Stil gebaut, galt das Gebäude lange als Top-Adresse in Berlin-Mitte.
Doch zuletzt kämpfte die Immobilie mit massiven Problemen: Viele Läden und Büros standen jahrelang leer. Rund 8000 Quadratmeter Einzelhandel sowie etwa 15.000 Quadratmeter Büro- und Praxisflächen umfasst das Gebäude insgesamt.
Trotz der aktuellen Entwicklung gibt es Hoffnung für die Gegend. Stadtentwicklungsstadtrat Ephraim Gothe (62, SPD) rechnet laut rbb damit, dass der endgültige Verkaufspreis noch steigen könnte.
Zugleich setzt die Politik auf neue Konzepte: Breitere Gehwege, mehr Platz für Gastronomie – so soll die Friedrichstraße wieder attraktiver werden.