Alternative zu Streusalz: Bald Gurkenwasser auf Brandenburgs Gehwegen?

Von Laura Stuth

Hoppegarten - Der Winter hält Brandenburg weiter fest im Griff – und die Streusalz-Vorräte schrumpfen rapide. Während in Bayern schon Gurkenwasser gegen Glätte eingesetzt wird, stellt sich die Frage: Wäre das auch eine Option für Brandenburg?

Streusalz gilt als problematisch für die Umwelt. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Rund 90 Prozent der eingelagerten 35.000 Tonnen Streugut des Landes Brandenburg sind bereits verbraucht. Damit wurde schon jetzt deutlich mehr Salz eingesetzt als im gesamten vergangenen Winter. Damals reichten knapp 20.000 Tonnen aus.

Noch gibt der Landesbetrieb Straßenwesen Entwarnung: Das Streusalz wird regelmäßig nachgeliefert, der Winterdienst sei aktuell gut aufgestellt. Eng werden könnte es allerdings bei mehreren Extrem-Wetterlagen hintereinander. Dann müssten besonders stark befahrene Straßen und gefährliche Stellen priorisiert werden.

Streusalz gilt als effektiv, ist aber umstritten. Umweltverbände warnen vor Schäden an Böden, Pflanzen, Tieren und Gewässern.

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In Brandenburg entscheiden die Kommunen selbst über den Einsatz. In Potsdam ist Salzen nur in Ausnahmefällen wie bei Eisregen oder an steilen Wegen erlaubt.

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Streugut aus dem Gurkenglas?

Gurkenwasser kann eine Alternative sein – entscheidend ist jedoch der Salzgehalt.  © Patrick Pleul/dpa/ZB

Als Alternative gelten bisher Sand, Granulat oder Kies – und ein ungewöhnlicher Helfer: Gurkenwasser. In Niederbayern und am Flughafen München wird das salzhaltige Abfallprodukt bereits erfolgreich gegen Glätte eingesetzt. Könnte das auch in Brandenburg funktionieren?

Der Landesbetrieb winkt ab: Das Gurkenwasser müsste aufwendig aufbereitet werden und sei nicht wirtschaftlich.

Der Gurkenhersteller Spreewaldkonserve in Golßen ("Spreewaldhof") erklärte, das Wasser seiner Gurken eigne sich nicht zum Streuen. Der Salzgehalt sei zu gering. "Das würde bei unserem Wasser nicht funktionieren", bedauerte eine Sprecherin.

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Damit bleibt Brandenburg vorerst beim klassischen Streusalz – und das Gurkenwasser dort, wo es hingehört: im Glas.

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