Brandanschlag auf Behörde in Finsterwalde: Fünf Mitarbeiter in Klinik

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Von Anja Mia Neumann und Monika Wendel

Finsterwalde - Ein Mann betritt das Büro einer Jugendamts-Mitarbeiterin in Finsterwalde im Süden Brandenburgs - er soll sie bedroht, beleidigt und schließlich ein Feuer gelegt haben.

Am Donnerstag musste die Polizei in Finsterwalde ausrücken.
Am Donnerstag musste die Polizei in Finsterwalde ausrücken.  © Frank Hammerschmidt/dpa

Vier Menschen kommen mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Was für ein Motiv hinter dem Angriff steckt, ist laut Polizei noch unklar. Der Brand in der Behörde der Kleinstadt wird zwar schnell gelöscht, doch der Schock sitzt tief. 

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes, wie der Sprecher der Polizei, Sascha Erler, sagte. Der Verdächtige, ein 35 Jahre alter Deutscher, wurde außerhalb des Gebäudes gefasst. Kriminaltechniker sicherten Spuren, andere Beamte vernahmen Zeugen.

Die brandenburgische Landesregierung reagierte entsetzt. Ministerpräsident Dietmar Woidke (64, SPD) sagte in einem Instagram-Beitrag der Staatskanzlei: "Wer öffentliche Einrichtungen angreift, legt sich mit uns allen an. Gewalt und Einschüchterung sind durchs nichts zu rechtfertigen." Den Mitarbeiterinnen wünsche er eine schnelle Genesung und viel Kraft, das Erlebte zu verarbeiten.

Nebengebäude von Schule brennt: Kurz darauf schon wieder Flammen
Brandenburg Nebengebäude von Schule brennt: Kurz darauf schon wieder Flammen

Nach dpa-Informationen wollte der Verdächtige mit einer Mitarbeiterin der Behörde über einen Fall sprechen. Laut Landkreis handelt es sich um das Jugendamt. 

Ein Mann habe nach bisheriger Darstellung der Polizei kurz nach 8 Uhr am Morgen die Behörde betreten: Die Polizei nannte ihn "einen Kunden". Die Hintergründe des Streits seien Teil der Ermittlungen - weitere Auskünfte gebe es zunächst nicht. Es sei um Jugendbelange gegangen, hieß es lediglich aus dem Landkreis. 

Mann hatte Brandsatz dabei

Die Kreisverwaltung ist vorerst nicht erreichbar.
Die Kreisverwaltung ist vorerst nicht erreichbar.  © Frank Hammerschmidt/dpa

Ein Sprecher der Verwaltung sagte nach ersten Erkenntnissen, der Mann habe wohl einen Brandsatz dabeigehabt. Flüssigkeit sei in Flammen aufgegangen. "Es hat eine ordentliche Rauchentwicklung gegeben", so der Polizeisprecher. 

Er wollte sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht dazu äußern, wie der Brand verursacht wurde. Auch wo der Verdächtige wohnte, sagte die Polizei bislang nicht. 

Die Feuerwehr betreute den Angaben zufolge 20 bis 30 Menschen. Die Landkreisverwaltung sprach von fünf verletzten Personen. Auch die Notfallseelsorge kam zum Einsatz. 

Munitionssprengung im Wensickendorfer Forst: Sperrkreis wird eingerichtet
Brandenburg Munitionssprengung im Wensickendorfer Forst: Sperrkreis wird eingerichtet

Der Dienstbetrieb am Standort Finsterwalde wurde vollständig eingestellt. Wann das Gebäude wieder für den Besucherverkehr geöffnet werden kann, hänge von den weiteren Untersuchungen und der Schadensbewertung ab, teilte die Verwaltung weiter mit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen psychologisch betreut werden.

Erstmeldung um 12.42 Uhr, zuletzt aktualisiert um 17.57 Uhr.

Titelfoto: Frank Hammerschmidt/dpa

Mehr zum Thema Brandenburg: