Oranienburg - Zwei Krebsdiagnosen, eine Familie - und ein Alltag, der plötzlich kaum noch zu bewältigen ist. Für den siebenjährigen Evan aus dem brandenburgischen Oranienburg-Eden haben Eltern aus seiner Grundschule deshalb eine Hilfsaktion gestartet.
Seit dem Frühjahr reiht sich für die Familie aus der ehemaligen Obstbau-Siedlung nördlich von Berlin eine Hiobsbotschaft an die nächste.
Zunächst erkrankte Evans Mutter Doreen (49) an Krebs. Die Siebenfach-Mama musste ihre Arbeit aufgeben, befindet sich in intensiver Behandlung und ist inzwischen auf Pflege angewiesen. Wenig später erhielt auch ihr Mann eine Krebsdiagnose. Er ist nun auf unbestimmte Zeit für die Therapie im Krankenhaus.
Wie die "Märkische Allgemeine Zeitung" berichtet, ist die Situation neben Evan auch für seinen Bruder Jan (14) sehr belastend.
Während der Siebenjährige bei seiner Oma (69) versorgt wird, die sich auch um Mama Doreen kümmert, bleibt der 14-jährige Jan im Elternhaus. Dort lebt auch sein Vater und die 88-jährige Großmutter. Im Alltag stehen ihm vor allem seine älteren Brüder (19 und 22) zur Seite.
Mit den Krankheiten kamen weitere Probleme. Nach Angaben der Organisatorinnen der Spendenaktion stehen Krankengeld und andere Leistungen teilweise noch aus. Dadurch geriet die Familie auch finanziell unter Druck. Das Geld reiche derzeit nicht einmal für den täglichen Lebensunterhalt.
Skateboard für Evan ist da, doch die Hilfe für seine krebskranken Eltern geht weiter
Diese Situation wollten drei Mütter aus der ersten Klasse der Grundschule Germendorf nicht hinnehmen. Melanie Stumpe, Sabrina Lamprecht und Viktoria Jost starteten auf der Spendenplattform GoFundMe einen Aufruf. Die Aktion erfolgt nach ihren Angaben mit ausdrücklichem Einverständnis der Familie.
Die Spenden sollen dort helfen, wo die Belastung im Alltag am größten ist: für Lebensmittel, laufende Kosten, Fahrten zu Behandlungen, Medikamente und andere Ausgaben, die durch die Erkrankungen entstehen.
In ihrem Aufruf beschreiben die Initiatorinnen auch, warum sie sich engagieren. "Als Klassengemeinschaft möchten wir zeigen, dass niemand einen so schweren Weg allein gehen muss. Vielleicht können wir gemeinsam ein kleines Wunder bewirken und Evan und seiner Familie in dieser schwierigen Zeit etwas Hoffnung und Zuversicht schenken."
Ursprünglich verbanden die Organisatorinnen die Spendenaktion noch mit einem besonderen Wunsch des Siebenjährigen. Evan träumte von einem Skateboard, "damit er trotz der schwierigen Situation unbeschwerte Stunden draußen verbringen kann - einfach einmal Kind sein".
Dieser Wunsch wurde vor wenigen Tagen erfüllt. Die Hilfsaktion läuft dennoch weiter, um die Familie in ihrem Alltag zu entlasten. Knapp 300 Menschen haben bislang gespendet.
Rund 9000 Euro sind bereits zusammengekommen – die Hälfte des angestrebten Spendenziels von 18.000 Euro.