Potsdam - Brisanter Vorwurf im Umfeld von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (64, SPD): Eine Mitarbeiterin soll eine Untergebene mit einem Stapel Akten auf den Kopf geschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt.
Der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Meyer bestätigte, dass eine Strafanzeige eines Anwalts vorliegt. Der Vorfall soll sich am 14. April in der Staatskanzlei ereignet haben, berichtet die B.Z.
Staatsanwältin Marieke Piazolo teilte mit, laut Anzeige habe die Beschuldigte der Mitarbeiterin einen Poststapel auf den Kopf geschlagen. Diese habe danach über Kopfschmerzen geklagt und sich ärztlich behandeln lassen. Laut "Märkische Oderzeitung" sei sie krankgeschrieben. Eine weitere Mitarbeiterin soll Zeugin gewesen sein.
Die Anzeige ging erst rund sechs Wochen später, am 28. Mai, ein. Zu den Hintergründen äußert sich der Anwalt nicht. Nach Angaben aus der Anzeige soll die Beschuldigte den Vorwurf eingeräumt, aber relativiert haben: Es sei nur eine dünne Mappe und ein "freundschaftlicher Klaps" gewesen.
Die Staatskanzlei äußert sich mit Verweis auf Datenschutz nicht zu Personalangelegenheiten.
Nach Informationen der "Märkischen Oderzeitung" soll dem Vorfall ein Streit über private Paketzustellungen in der Staatskanzlei vorausgegangen sein. Die Staatsanwaltschaft prüft nun die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens.