Krebserreger in Brandenburger Trinkwasser: Bund warnt vor Verzehr
Zehdenick (Oberhavel) - Der Bund warnt die Bevölkerung im Raum Zehdenick aktuell vor dem Verzehr von Trinkwasser.
Die Warnung wurde am Mittwochabend gegen 20.04 Uhr über Katwarn abgesetzt und ruft die Anwohner der Region in Brandenburg dazu auf, das Wasser aus dem Hahn ausschließlich für die Körperhygiene und zur Reinigung im Haushalt zu verwenden.
Selbst zum Kochen sowie Waschen oder Abspülen von Lebensmitteln ist die Verwendung des Trinkwassers bis auf Weiteres nicht zulässig, heißt es in der Mitteilung.
Beim Baden oder Duschen von Babys und Kleinkindern soll zudem darauf geachtet werden, dass kein Wasser verschluckt wird.
Wie lange die Maßnahme in der Gemeinde rund 50 Kilometer nördlich von Berlin noch andauern würde, war zunächst nicht bekannt.
Anlass für die Warnung ist eine Überschreitung des Grenzwertes für den Parameter Bromat, die bei einer regelmäßigen Trinkwasseruntersuchung an zwei unterschiedlichen Messstellen und an zwei Tagen festgestellt wurde.
Gemäß Trinkwasserverordnung ist demnach ein Grenzwert von 0,01 mg/l zulässig, der gemessene Wert beträgt derzeit jedoch 0,02 mg/l.
Bromat tritt als potenziell krebserregendes Nebenprodukt bei der Trinkwasseraufbereitung auf
Als Bromat werden in der Chemie die Salze der Bromsäure bezeichnet. Die chemische Verbindung aus Brom und Sauerstoff tritt vor allem als unerwünschtes und potenziell krebserregendes Nebenprodukt bei der Trinkwasseraufbereitung auf.
Die Stadtwerke Zehdenick haben über den Vorfall ebenfalls auf ihrer Internetseite informiert. Dabei wurde nachdrücklich betont, dass keine akute gesundheitliche Gefährdung vorliege.
Man habe zunächst Kitas und Schulen informiert, dass vorsorglich kein Leitungswasser getrunken werden solle. Es gebe jedoch keinen Grund zur Sorge oder Angst.
Die Ursache für die Verunreinigung war zunächst unklar. "Bromat entsteht durch die Aufbereitung von Wasser mit Ozon, was in unserem Wasserwerk nicht stattfindet", teilte ein Sprecher mit.
Man befinde sich im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt und stimme die weiteren notwendigen Schritte ab. "Die Aufklärung des Sachverhalts hat für uns höchste Priorität", bekräftigten die Verantwortlichen.
Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa, Screenshot/warnung.bund.de (Bildmontage)

