Von Wilhelm Pischke
Potsdam - Die Polizei in Brandenburg geht nach mehreren Fällen gestohlener Kühe verstärkt gegen Viehdiebe vor. Sie geht von professionell organisierten Banden aus und beginnt nun mit verschärften Kontrollen.
Nach dem Diebstahl von rund 233 Rindern in den vergangenen Wochen werde ein besonderes "Augenmerk auf Tiertransporte" gelegt, sagte ein Sprecher der Polizei im Brandenburger Süden. Deshalb seien in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Veterinäramt Schwerpunktkontrollen geplant.
Es sollen nicht nur klassische Viehtransporter geprüft werden, auch andere Fahrzeuge könnten in Augenschein genommen werden. Kontrolliert werden unter anderem die Ohrmarken der Tiere sowie die Frachtpapiere.
Wo genau und an welchen Tagen kontrolliert werde, ließen die Beamten mit Blick auf ihre Ermittlungstaktik unbeantwortet.
Eigene neue Ermittlungsgruppe
Die Polizei richtete zuletzt die Ermittlungsgruppe "Weide" ein, um die Taten aufzuklären. Zudem sollen mit Unterstützung aus Polen sowie an den Grenzübergängen verstärkt Kontrollen durchgeführt werden. Möglicherweise habe sich eine Tätergruppe in Osteuropa oder sogar außerhalb der EU darauf spezialisiert, diese Taten zu begehen, sagte Innenminister Dr. Jan Redmann (46, CDU).
Die Polizei berät nun gemeinsam mit gefährdeten Agrarbetrieben, wie diese den Schutz vor Viehdieben etwa mit technischen Mitteln wie Lichtschranken oder Kameras sowie durch häufigere Kontrollgänge erhöhen können. Redmann betonte: "Es ist unmöglich, jede Koppel in Brandenburg mit einem Streifenwagen zu versehen."
Die Polizei werde vor allem nachts und am frühen Morgen Viehtransporte kontrollieren, "um künftige Diebstähle dieser Größenordnung möglicherweise auch auf frischer Tat aufklären zu können", sagte er.
Zudem gebe es einen Austausch mit der polnischen Polizei, um Viehtransporte in der Grenzregion stärker in den Blick zu nehmen.