"Rinderwahnsinn" geht weiter: Schon mehr als 150 Tiere in Brandenburg geklaut
Schenkendöbern (Spree-Neiße) - Es ist schon wieder passiert: Im Süden von Brandenburg sind erneut Rinder spurlos verschwunden. Allmählich scheint sich ein Muster abzuzeichnen.
Der Diebstahl wurde der Polizei am Dienstagmorgen angezeigt, wie die Polizeidirektion Süd am Mittag mitteilte.
Demnach sind diesmal 32 Tiere von einer Weide in Schenkendöbern entwendet worden. Offenbar wurden in dem Ortsteil Grano die Gitter zum Weidegrund geöffnet und die Rinder auf einen Lkw verladen.
Die Höhe des entstandenen Sachschadens verortete die Behörde im sechsstelligen Eurobereich. Die weiteren Ermittlungen werden inzwischen von der Kriminalpolizei geleitet.
Mittlerweile ist es der dritte Viehdiebstahl innerhalb von Südbrandenburg. Alle bisherigen Vorfälle haben sich in einem Umkreis von etwa 180 Kilometern abgespielt.
Das Vorgehen war augenscheinlich methodisch und geplant: Die Diebe haben die Tatorte wohl im Vorfeld ausgekundschaftet und wussten genau, welche Tiere sie stehen wollten. In allen drei Fällen haben sie ihre Beute per Lkw abtransportiert.
Mehr als 150 Rinder in Südbrandenburg spurlos verschwunden
Die Ermittler prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt und ob womöglich eine gut organisierte Bande dahintersteckt.
Der erste Diebstahl ereignete sich vermutlich in der Nacht zum 21. April. Damals verschwanden 74 seltene Zuchtrinder aus einer Stallanlage in Uebigau-Wahrenbrück. Es entstand ein Sachschaden von etwa 50.000 Euro.
In der vergangenen Woche wurden dann 48 Rindviecher aus Raddusch, einem Ortsteil der Stadt Vetschau, entwendet. Dem betroffenen Bauern fiel der Verlust auf, als er seine Tiere am Morgen impfen wollte. In diesem Fall betrug der Sachschaden 75.000 Euro.
Jetzt sind weitere 32 Tiere verschwunden, damit steigt die Gesamtzahl auf 154. Der Verbleib der Rinder ist bislang ungeklärt. Einer der geschädigten Landwirte vermutete, dass sie gewinnbringend in andere Länder verkauft werden.
Die Polizei sprach in diesem Zusammenhang von einem der größten Fälle von Viehdiebstahl in Brandenburg seit Jahren.
Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa/dpa-tmn

