Vetschau/Spreewald - Es sind Zustände wie im Wilden Westen: In Brandenburg sind offenbar erneut Rinder gestohlen worden.
Ein Landwirt aus Raddusch, ein Ortsteil der Stadt Vetschau im Spreewald, meldete den mutmaßlichen Diebstahl am Freitag der Polizei.
Dem Vieh-Bauern sei der Verlust von 48 Rindern aufgefallen, als er am Morgen seine Herde impfen wollte, sagte Polizeisprecher Christian Nüßler gegenüber 7aktuell. Demnach gibt es Hinweise, dass die Tiere mit einem Lastwagen abtransportiert wurden.
Der betroffene Weidetierhalter ging von einer gezielten Aktion aus. Seiner Aussage seien weibliche Rinder, Kälber und nur wenige Bullen entwendet worden - alles was man für eine eigene Zucht benötige.
Seiner Meinung nach habe es sich um ein geplantes Vorgehen gehandelt, da man sich mit den Tieren auskennen müsse. Eine spontane Tat schloss der Geschädigte aus.
Die Höhe des entstandenen Sachschadens wurde von der Polizei auf etwa 75.000 Euro geschätzt. Man ermittle in alle Richtungen, sagte der Sprecher. Man untersuche auch, ob es sich um Einzeltäter oder eine organisierte Bande handle.
Zweiter Diebstahl innerhalb von zwei Wochen: Gibt es einen Zusammenhang?
Auffällig: Vor circa zwei Wochen waren im rund 80 Kilometer entfernten Uebigau-Wahrenbrück schon einmal 74 Rinder spurlos aus einer Stallanlage verschwunden.
Auch hier schien ein methodisches Vorgehen vorzuliegen, denn bei den gestohlenen Tieren handelte es sich nach Angaben des betroffenen Bauern ausschließlich um weibliche Deutsche Schwarzbunte Niederungsrinder, eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse.
In diesem Fall betrug der Sachschaden etwa 50.000 Euro. Der Landwirt ging davon aus, dass die Rinder gewinnbringend in andere Länder verkauft wurden. Die Polizei sprach in diesem Zusammenhang von einem der größten Fälle von Viehdiebstahl in Brandenburg seit Jahren.
Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Diebstählen gibt, lasse sich bislang nicht sagen, erklärte Nüßler und rief Zeugen, die in der Nähe etwas Ungewöhnliches bemerkt haben, auf, sich bei der Polizei zu melden.
Übrigens: Im Wilden Westen stand auf Viehdiebstahl die Todesstrafe und nicht wenige Viehdiebe wurden von ihren Häschern gelyncht und endeten an einem Baum hängend - aber das waren natürlich ganz andere Zeiten.