Schulgewalt in Cottbus, Bürgermeister will Täter aus Stadt jagen

Von Monika Wendel

Cottbus - Ob das der richtige Weg ist? Nach Problemen mit Schulgewalt müssen wiederholt straffällig gewordene Kinder in Cottbus damit rechnen, von der Schule verwiesen zu werden.

Nach einem Brandbrief besorgter Eltern hat am Freitag ein Arbeitstreffen zum Thema Sicherheit an Cottbuser Schulen stattgefunden.
Nach einem Brandbrief besorgter Eltern hat am Freitag ein Arbeitstreffen zum Thema Sicherheit an Cottbuser Schulen stattgefunden.  © Frank Hammerschmidt/dpa

Dies sei den Eltern dieser Schüler angedroht worden, sagte Bildungsminister Steffen Freiberg (44, SPD) in Cottbus. Es gehe um Restriktionen, die über das sonst übliche Maß hinausgingen.

Zwei Kinder würden möglicherweise durch das Jugendamt aus den Familien genommen, so Oberbürgermeister Tobias Schick (46). Bereits im Dezember hatte der SPD-Rathauschef gesagt, er wolle erreichen, dass zwei Familien, deren Kinder mehrfach gewalttätig geworden seien, die Stadt verlassen müssten.

Dabei geht es vor allem um Probleme an der Regine-Hildebrandt-Grundschule und im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf. Eltern hatten in einem Brandbrief Hilfe angemahnt.

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Schick sagte, zum neuen Schuljahr sei geplant, dass insbesondere gewalttätige Schüler speziell geschult werden. Wie es in einer Mitteilung der Stadt hieß, bereitet die Schulleitung die Einrichtung temporärer Lerngruppen für besonders auffällige Schüler vor.

Oberbürgermeister Tobias Schick macht klare Ansage

Oberbürgermeister Tobias Schick (46) hat Wiederholungstätern mit drakonischen Maßnahmen gedroht.
Oberbürgermeister Tobias Schick (46) hat Wiederholungstätern mit drakonischen Maßnahmen gedroht.  © Frank Hammerschmidt/dpa

"Aber ganz klare Ansage: Wenn die wieder gewalttätig sind, dann werden sie aus der Familie und aus dieser Stadt genommen", sagte Schick. "Wir haben einfach massiv Eltern, die überfordert sind, ihrer Aufgabe als Eltern nachzukommen."

Im Frühsommer sollen bei einer Konferenz in Cottbus weitere Lösungen für die Sicherheit an Schulen beraten werden.

Bildungsminister Freiberg sagte: "Der Stadtteil Cottbus-Sachsendorf sieht sich weiterhin mit Konflikten konfrontiert, die auch in die Schulen hineingetragen werden. Daraus entstehende Probleme, die nur von wenigen Personen verursacht werden, aber viele weitere betreffen, können nur gemeinsam gelöst werden."

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Er betonte dabei auch: "Dass Kinder so sind, wie sie sind, ist niemals schuld der Kinder. Das ist immer die Verantwortung von Erwachsenen."

Titelfoto: Frank Hammerschmidt/dpa

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