Skandal in Brandenburger Klinik: Kinderarzt in 130 Fällen sexueller Straftaten angeklagt

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Von Monika Wendel


Potsdam/Rathenow - Ein Kinderarzt an einer Klinik im Havelland in Brandenburg wird wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in 130 Fällen angeklagt.

Zu den sexuellen Straftaten soll in einer Klinik in Rathenow gekommen sein. (Archivbild)
Zu den sexuellen Straftaten soll in einer Klinik in Rathenow gekommen sein. (Archivbild)  © Elisa Schu/dpa

Hierzu zählen unter anderem die Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie der Vergewaltigung, viele davon während seines Dienstes, wie die Staatsanwaltschaft Potsdam mitteilte.

Der Kinderarzt sitzt seit November vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Die Dimension der Taten war bislang nicht bekannt.

Im Januar dieses Jahres war bekanntgeworden, dass der Arzt während des Dienstes im Krankenhaus in Rathenow westlich von Berlin ein Kind sexuell missbraucht haben soll.

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Nach der Anzeige der Mutter eines Kindes kam es zu Durchsuchungen der Polizei. Die Ermittler stellten eine Vielzahl von Datenträgern sicher.

Die Staatsanwaltschaft prüfte rasch, ob es weitere Opfer gab. Als Haftgrund wurde auch Wiederholungsgefahr angeführt. 

Justiz: Großteil der Taten im Dienst als Kinderarzt

Nach Angaben der Staatswanwaltschaft sitzt der Beschuldigte weiter in U-Haft. (Archivbild)
Nach Angaben der Staatswanwaltschaft sitzt der Beschuldigte weiter in U-Haft. (Archivbild)  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Die angeklagten 130 Straftaten sollen sich im Zeitraum vom Anfang Dezember 2013 bis zum November 2025 ereignet haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. "Einen Großteil der Taten soll der Beschuldigte im Rahmen der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit begangen haben." Der Beschuldigte befinde sich weiterhin in Untersuchungshaft.

Die Havelland-Kliniken hatten im Januar bereits angekündigt, ihre Schutzmechanismen zu überprüfen und den Fall mit Hilfe von Experten aufzuarbeiten.

Bei der Untersuchung des Kindes sei das geltende Vier-Augen-Prinzip - wonach zwei Personen anwesend sein müssen - verletzt worden, hatte die Havelland-Klinikgruppe damals erklärt.

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Eine interne Aufarbeitung sei eingeleitet. "Die Vorwürfe erschüttern das Vertrauen von Patientinnen und Patienten und ihren Familien", hatte der Ärztliche Direktor, Mike Lehsnau, gesagt.

Titelfoto: Elisa Schu/dpa

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