Mitten in der Urlaubssaison: Darum werden im Spreewald Wasserwege dichtgemacht

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Von Monika Wendel

Schlepzig (Dahme-Spreewald) - Die Sperrung von Wasserwegen im unteren Spreewald wegen des Eichenprozessionsspinners bringt die Urlaubsregion nach Worten von Verkehrsminister Robert Crumbach (63, SPD) in eine schwierige Situation.

Eine Paddeltour durch den Spreewald ist aktuell nur eingeschränkt möglich. (Archivfoto)
Eine Paddeltour durch den Spreewald ist aktuell nur eingeschränkt möglich. (Archivfoto)  © Patrick Pleul/dpa

Die Hauptsaison in den Sommerferien sei der denkbar schlechteste Zeitpunkt für eine solche Sperrung, sagte der SPD-Politiker im Spreewaldort Schlepzig vor Bürgern und Touristikern, die teils verärgert reagierten.

Aber der Schritt sei dennoch notwendig, "weil Gefahr für Leib und Leben besteht, weil die Wasserwege einfach nicht mehr sicher sind".

Paddelboot-Verleiher etwa beklagten, dass ihr Geschäft eingeschränkt sei und Urlauber ihre Aufenthalte stornierten. Nun sollen die gesperrten Fließe im unteren Spreewald rasch kontrolliert und Forst-Mitarbeiter in Schutzanzügen und mit Maske Sicherungsarbeiten an Bäumen durchführen.

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Nach und nach sollen die Gewässer dann wieder freigegeben werden, kündigten Crumbach und Umweltministerin Hanka Mittelstädt (39, SPD) an.

Begünstigt durch den Klimawandel und durch die hohen Temperaturen sei die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners extrem nach oben geschnellt, sagte Umweltministerin Mittelstädt.

Umweltministerin Hanka Mittelstädt (39) und Verkehrsminister Robert Crumbach (63, beide SPD) haben sich am Montag vor Ort ein Bild von der Lage verschafft.
Umweltministerin Hanka Mittelstädt (39) und Verkehrsminister Robert Crumbach (63, beide SPD) haben sich am Montag vor Ort ein Bild von der Lage verschafft.  © Frank Hammerschmidt/dpa

Befall durch Eichenprozessionsspinner landesweites Problem in Brandenburg

Der Befall durch den Eichenprozessionsspinner hat im unteren Spreewald wichtige Baumarbeiten verzögert, sodass die betroffenen Wasserstraßen gesperrt werden mussten.
Der Befall durch den Eichenprozessionsspinner hat im unteren Spreewald wichtige Baumarbeiten verzögert, sodass die betroffenen Wasserstraßen gesperrt werden mussten.  © Patrick Pleul/dpa

Sie sprach sich dafür aus, im kommenden Frühjahr großflächig ein Biozid zur Bekämpfung der Raupe des Nachtfalters einzusetzen. Bis zum Herbst dieses Jahres werden ihr zufolge zunächst landesweit Daten zum Befall in Brandenburg erfasst und die Vorbereitungen für den Einsatz im nächsten Jahr in die Wege geleitet.

In dem betroffenen Gebiet im unteren Spreewald besteht die Gefahr, dass Bäume umstürzen und Äste abbrechen. Zum Schutz ihrer eigenen Gesundheit hätten die Behörden die Sicherungsarbeiten entlang der Gewässer wegen des Eichenprozessionsspinners einstellen müssen.

Die giftigen Brennhaare, die die Raupen hinterlassen, könnten auch jetzt noch Gesundheitsbeschwerden auslösen.

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Die Sperrung betrifft einen kleinen Teil der Wasserwege im Spreewald. Laut Verkehrsministerium sind von insgesamt 1600 Kilometer Fließen etwa 45 Kilometer betroffen.

Die winzigen Brennhaare der Raupen dieses Nachtfalters enthalten ein Nesselgift und können bei Kontakt Hautreizungen mit starkem Juckreiz und Quaddeln auslösen. Augenreizungen, Husten oder asthmaartige Beschwerden sind möglich.

Erstmeldung von 10.36 Uhr, aktualisiert um 14.59 Uhr.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa

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