Alarmierender Trend: Chemnitz ist Sachsens Alkoholiker-Hochburg

Chemnitz - Von allen kreisfreien Städten in Sachsen hat Chemnitz die meisten Alkoholiker pro Kopf. Vor allem die Zahl an jungen Konsumenten mit Hang zur Flasche steigt. Während die Zahl der Betroffenen wächst, erklärt die Leiterin einer Selbsthilfegruppe, was die Gründe für den Anstieg sind.

Barmer-Chefin Claudia Beutmann (39).
Barmer-Chefin Claudia Beutmann (39).  © Barmer Sachsen

Es sind immer mehr Teilnehmer, die die Selbsthilfegruppe "Neubeginn" von Regine Speckmann (63) besuchen. Die Buchhalterin arbeitet seit 26 Jahren ehrenamtlich und leitet im Lutherviertel eine Gruppe für Alkoholiker.

"Es hat sehr zugenommen", erzählt Speckmann. Aktuell kommen 30 Teilnehmer in ihre Gruppe - so viele wie noch nie. Und es kommen immer mehr junge Leute, welche sich Hilfe suchen. Jene Menschen sind Mitte bis Ende 20.

Der Zuwachs in der Gruppe kann für die ganze Stadt gesehen werden: Laut der sächsischen Barmer-Chefin Claudia Beutmann (39) steigt die Rate an jungen Chemnitzern (zwölf bis 29 Jahre) mit einem riskanten Konsumverhalten an.

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Waren es 2021 noch 2,8 pro 1000 Einwohner, so waren es 2022 bereits 5,8 und 2023 schon 7,4 Betroffene.

Zudem liegt Chemnitz mit 18,3 Alkoholikern pro 1000 Einwohnern an der traurigen Spitze im Vergleich zu Dresden (17,8) und Leipzig (15,3).

Regine Speckmann leitet die Selbsthilfegruppe "Neubeginn".
Regine Speckmann leitet die Selbsthilfegruppe "Neubeginn".  © Ralph Kunz
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"Der Umgang mit Alkohol ist ein anderer geworden"

Sie sind bunt und süß - aber auch Mixgetränke enthalten Alkohol, der besonders für Jugendliche gefährlich ist.
Sie sind bunt und süß - aber auch Mixgetränke enthalten Alkohol, der besonders für Jugendliche gefährlich ist.  © 123RF/ellyber

Auch die drei Suchtberatungsstellen in Chemnitz erhalten regen Zulauf: "An den Zahlen lässt sich ein Aufwärtstrend erkennen", so das Rathaus. 341 Menschen suchten 2023 Beratung wegen Alkoholismus, 2024 waren es 520.

"Der Umgang mit Alkohol ist ein anderer geworden", sagt Regine Speckmann zu den Gründen für den Anstieg: So würden Mix-Getränke von jungen Menschen zunehmend konsumiert werden, zum Beispiel Cola-Rum. Dadurch sinkt die Hemmschwelle.

Hinzu kommen die Verfügbarkeit von Spirituosen, Einsamkeit und wirtschaftliche Unsicherheit. Was ganz wichtig ist: "Wenn jemand ein Alkoholproblem hat, soll er nicht zu Hause bleiben, sondern sich einer Gruppe anschließen."

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Chemnitz Neues Herz-Zentrum für Chemnitz: Modernste Technik für ambulante und stationäre Versorgung

Infos: www.suchthilfe-chemnitz.de

Viele Chemnitzer greifen zur Flasche. Die Betroffenen werden zudem immer jünger.
Viele Chemnitzer greifen zur Flasche. Die Betroffenen werden zudem immer jünger.  © 123RF / terovesalainen

Drei Warnsignale für Abhängigkeit

Vom normalen Konsum von Alkohol bis in die Abhängigkeit kann es schneller gehen, als man denkt. Hier sind drei Merkmale, an denen Ihr erkennen könnt, dass Ihr zu viel trinkt.

Zum einen zeigt sich eine Abhängigkeit, wenn man immer größere Mengen benötigt, um in den gewohnten Rauschzustand versetzt zu werden. Wenn Entzugserscheinungen wie Zittern oder Angstschübe auftreten, dann kann dies ebenfalls auf eine Sucht hindeuten.

Darüber hinaus ist eine Abhängigkeit ebenfalls gegeben, wenn durch den Konsum das Interesse an Hobbys verloren geht.

Titelfoto: Bildmontage: 123RF / terovesalainen, 123RF/ellyberr888

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