Ahorn-Drama beendet: 100 Jahre alter Baum unter Polizeischutz gefällt
Chemnitz - Der altehrwürdige Ahorn in der Further Straße ist Geschichte. Am Dienstag rückten in Chemnitz die Sägen an – unter Polizeischutz und begleitet von lautstarken Anwohnerprotesten fiel der rund 100 Jahre alte Baum.
Noch am Vormittag hatten Anwohner ein neues Gutachten vorgelegt. Darin heißt es, dass der Baum nicht mehr bruchsicher gewesen sei: Teile der Krone hätten akut abbrechen können.
Zugleich kamen die Gutachter aber auch zu dem Schluss, dass der Baum durch Sicherungsmaßnahmen wie Spanngurte oder spezielle Schnitte langfristig hätte erhalten werden können.
Das Rathaus bestätigt, dass das Gutachten am Tag der Fällung um 10.15 Uhr beim Umweltamt eingegangen ist, dazu ein bislang unbegründeter Widerspruch gegen eine Befreiung vom Fällverbot. Normalerweise dürfen Bäume von März bis September laut Bundesnaturschutzgesetz nicht gefällt werden, da in dieser Zeit Vögel und Natur besonders geschützt sind. Eine Ausnahme gilt jedoch, wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist.
"Genau das war hier der Fall", so das Rathaus.
Eine gesonderte Befreiung sei deshalb nicht erforderlich gewesen – die Ausnahme gelte kraft Gesetz. "Das Umweltamt ist lediglich für den Zeitpunkt der Fällung zuständig, nicht für die Entscheidung über das Ob", erklärte eine Stadtsprecherin.
Über die Fällung selbst sei bereits zuvor positiv entschieden worden.
Titelfoto: Jan Härtel
