Chemnitzer Brauer ziehen ernüchterndes Corona-Fazit

Chemnitz - Ohne Gastronomie und Events kein Fassbier! Durch den Lockdown ist den hiesigen Brauereien ein wichtiges Standbein nahezu komplett weggebrochen. Alle hoffen auf Lockerungen und versuchen, fehlende Umsätze mit neuen Marken und Sorten aufzufangen.

Kathleen (35) und Michael Bergt (36) sowie Jan Schönfeld (50, r.) mit dem neuen "Bergt Bräu".
Kathleen (35) und Michael Bergt (36) sowie Jan Schönfeld (50, r.) mit dem neuen "Bergt Bräu".  © Uwe Meinhold

Die Brauerei Reichenbrand kehrt zu ihren alten Wurzeln zurück. Nach 48 Jahren gibt es wieder das altbekannte "Bergt Bräu" - benannt nach Braumeister Michael Bergt, der den Familienbetrieb in fünfter Generation leitet.

Erstmals füllen die Bergts auch 0,33-Liter-Flaschen als Red Ale (obergärig), Radler, Helles und Edelpils ab. 

"Damit wollen wir junge Leute und den Event-Bereich ansprechen", sagt Bergt. Die bekannte 0,5-Liter-Flasche im alten Design gibt es nach wie vor. Das Neue gibt's schon jetzt in bekannten Super- und Getränkemärkten.

Vom "MARX Chemnitzer Bier" erscheint bald ein Dunkles. "Das gibt es aber nur in der Gastronomie oder als 30-Liter-Fass. Wir wollen den Gaststätten damit einen Mehrwert bieten", so Vertriebsleiter René Schwabe (46). 

Die Hälfte der Bier-Produktion von "MARX" fließt normalerweise ins Fass, landet also bei Gastronomen. "Der Fassverkauf ging fast auf null. Das war hart für uns als junges Unternehmen." Im Einsiedler Brauhaus fällt das Corona-Fazit ähnlich nüchtern aus. Bis zu zwei Millionen Flaschen pro Woche laufen hier übers Band. Auch MARX-Bier wird in Einsiedel abgefüllt.

Willy Stößer (31) vom Einsiedler Brauhaus hofft, dass die Gastronomie bald wieder zu alter Stärke zurückfindet.
Willy Stößer (31) vom Einsiedler Brauhaus hofft, dass die Gastronomie bald wieder zu alter Stärke zurückfindet.  © Maik Börner

"Der Flaschenverkauf liegt fünf Prozent über dem Jahresdurchschnitt - trotz dessen, dass kaum Geselligkeit möglich war. Doch die wenigen verkauften Fässer wiegen einfach zu schwer", sagt Willy Stößer (31) vom Vertrieb und Marketing. Sommertrends sind das naturtrübe Radler und das Einsiedler Hell. 

Titelfoto: Maik Börner

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