Gleis-Verwerfungen, Asphalt kaputt, Klimaanlagen überlastet: Hitze verursacht Schäden im Chemnitzer Nahverkehr
Chemnitz - Der Hitzeschock ist erst mal vorbei. Nach dem Glut-Wochenende zeigt der Blick nach Leipzig, wie schnell das Schienennetz kippen kann: Dort ruht wegen Hitzeschäden an Schienen und Weichen immer noch fast der komplette Straßenbahnverkehr. Was kann das Gleisnetz in und um Chemnitz ab?
Der ganz große Kollaps ist am Wochenende ausgeblieben, doch spurlos ging die Rekordhitze auch hier nicht vorbei.
Bei der CVAG wurden Gleise, Asphalt und Bitumen teilweise in Mitleidenschaft gezogen. Sprecherin Juliane Kirste (40): "Aufgrund der sehr hohen Temperaturen wurden einzelne Schäden in der Infrastruktur festgestellt."
Besonders betroffen: die Kreuzung Carolastraße/Straße der Nationen und Steig 5 der Zentralhaltestelle. Dort hätten sich bereits vorhandene Schäden durch die extreme Hitze weiter verschlechtert.
Auch kleine Gleisverwerfungen gebe es im Netz. Kirste beruhigt aber: "Eine Betriebsgefährdung und damit eine Einstellung des Fahrbetriebes konnte in den vergangenen Tagen zu keiner Zeit festgestellt werden."
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Probleme bei Kühlung
Kritischer wurde es in den Fahrzeugen. "Aufgrund der extrem hohen Temperaturen und des durchgehenden Betriebes der Klimaanlagen mussten wir an einer Vielzahl an Fahrzeugen technische Störungen verzeichnen", so Kirste.
Teilweise seien Busse und Bahnen wegen Totalausfalls der Klimaanlage ausgetauscht worden, teils mussten Fahrgäste und Fahrer die Hitze aushalten. Die Anlagen der CVAG seien in der Regel bis etwa plus 45 Grad Außentemperatur ausgelegt.
Bei der City-Bahn erwischte es vor allem die Kühlung. Sprecher Falk Ester (57) bilanziert: "Bei etwa der Hälfte der eingesetzten Fahrzeuge haben die Klimaanlagen nicht durchgehalten." Die Folge war bitter: "Elf Prozent der Fahrten endeten im Schienenersatzverkehr."
Auch die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) kam nicht ohne Blessuren durch das Wochenende. Auf den Linien RE6, RB110 sowie RE3, RB30 und RB45 gab es einzelne Zugausfälle und weniger Platz.
Titelfoto: Bildmontage: Heiko Rebsch/dpa, Sven Gleisberg

