Chemnitz - Die Bundespolizei im Dauereinsatz: Am Chemnitzer Hauptbahnhof hat es am Montag mehrere Auseinandersetzungen gegeben. Auch in einem Zug ist es zu einer Attacke gekommen.
Der erste Fall ereignete sich am frühen Morgen. Ein Bundespolizist, der sich gerade von der Nachtschicht auf den Heimweg machen wollte, wurde im Zug nach Leipzig von einer Frau (55) angegriffen.
"Eine Zugbegleiterin sprach den Beamten vor Abfahrt des Zuges an und ersuchte um Unterstützung, die 55-Jährige von der Fahrt auszuschließen, da gegen sie ein Hausverbot vorliegt", berichtet die Bundespolizei am Dienstag.
Der Aufforderung kam die Deutsche erst einmal nach, stieg dann aber direkt in den nächsten Waggon wieder ein. Als sie den Zug erneut verlassen sollte, leistete sie Widerstand und schlug den Polizisten mit der Hand ins Gesicht. Er wurde leicht verletzt. Eine Streife brachte die 55-Jährige auf das Revier im Hauptbahnhof. Sie kassierte eine Anzeige wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.
Am Nachmittag kam es zu einem weiteren Vorfall. Im Zug von Zwickau nach Chemnitz wurde eine Zugbegleiterin von einer Jugendlichen (16) attackiert. Sie hatte festgestellt, dass bei dem Jobticket der 16-Jährigen, das vorgeschriebene Foto fehlte. Als sie die Deutsche darauf hinwies, kam es erst zum Streit, dann schlug die Jugendliche der Kontrolleurin mit der Faust ins Gesicht. Sie traf sich unterhalb des Auges.
Ein Fahrgast hatte die Attacke beobachtet und die Polizei gerufen. Der Zug wartete in Glauchau bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte. Im Revier in Chemnitz erhielt die Jugendliche eine Anzeige wegen Körperverletzung. Anschließend wurde sie an eine Betreuerin übergeben. Die Zugbegleiterin konnte am Montag nicht mehr weiterarbeiten.
Zeuge nach Diebstahl angegriffen
Nur kurze Zeit später wurde die Polizei zum nächsten Einsatz gerufen. Zwei Männer hatten in der Mäc-Geiz-Filiale im Hauptbahnhof geklaut. Die Filialleiterin bemerkte das und versuchte daraufhin, die Tat zu verhindern. Die Männer drängten sie zur Seite und bespuckten die Frau.
Ein Zeuge (62) wollte der Filialleiterin helfen. "Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den drei männlichen Personen. Der 62-Jährige wurde dabei getreten und mit einer gefüllten Plastikflasche ins Gesicht geschlagen", so die Bundespolizei.
Als der Mann zu Boden ging, flüchteten die Täter in Richtung Querbahnsteig. Die Bundespolizei nahm die Verfolgung auf, konnte die Männer aber nicht mehr stellen. Es wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.