Chemnitz/Erzgebirge/Vogtland - In der Silvesternacht waren verstärkt Einsatzkräfte in Chemnitz und Umgebung präsent. Unterstützung gab es auch von der sächsischen Bereitschaftspolizei.
Zwischen 18 Uhr am Silvesterabend bis 7 Uhr am Neujahrstag gab es etwa 45 silvestertypische Einsätze, die im Zusammenhang mit Pyrotechnik und den Feierlichkeiten zum Jahreswechsel standen.
Im Chemnitzer Lutherviertel haben zwei unbekannte Täter gegen 21.30 Uhr in der Blücherstraße in einem Hausdurchgang offenbar einen selbstgebastelten Sprengsatz in die Luft gejagt. Metallsplitter beschädigten die Glasscheiben der Hauseingangstür und einen geparkten VW.
In Freiberg beschoss am Mittwochabend in der Oststraße ein Mann einen vorbeifahrenden Funkstreifenwagen mit offenbar illegaler Pyrotechnik, die direkt neben dem Kopf einer Polizistin (23) explodierte, da das Autofenster ein Stück geöffnet war.
Der Tatverdächtige (19) wurde nach einer kurzen Verfolgung in seiner Wohnung festgenommen und kam für einige Stunden in Gewahrsam. Die Polizeibeamtin blieb nach aktuellem Kenntnisstand unverletzt. Gegen den Deutschen wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie gefährlicher Körperverletzung ermittelt.
In Chemnitz sprengten kurz nach Mitternacht Unbekannte in der Limbacher Straße einen Zigarettenautomaten. Kurze Zeit später wurde auch in der Carl-von-Ossietzky-Straße ein Automat gesprengt. In diesem Fall konnte ein Tatverdächtiger (46, deutsch) ausfindig gemacht werden. Der Gesamtschaden beläuft sich auf circa 10.000 Euro.
Zigarettenautomaten im Erzgebirge gesprengt
In Chemnitz ist auf einem Supermarktparkplatz in der Hans-Ziegler-Straße aus bislang unbekannten Gründen ein 13-Jähriger durch Feuerwerkskörper schwer verletzt worden. Der Junge wurde in eine Klinik gebracht.
"Ob der Verletzte selbst mit Pyrotechnik hantierte oder getroffen wurde, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen", teilte die Polizei am Donnerstag mit.
Unbekannte haben in Aue auf der Straße Schulbrücke einen Zigarettenautomaten gesprengt. Es entstand Sachschaden in Höhe von circa 5000 Euro.
Gut eine Stunde später sollen zwei deutsche Tatverdächtige (w/38, m/29) in der Hauptstraße in Bad Schlema einen Zigarettenautomaten aufgesprengt haben. Das Duo wurde inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt. Ob ein Zusammenhang zur vorhergehenden Tat in Aue besteht, wird geprüft.
Personen durch Pyrotechnik verletzt - Frau erleidet Verbrennungen dritten Grades
In Frankenberg sprengten Unbekannte kurz vor 2 Uhr in der Gunnersdorfer Straße einen geparkten Ford-Kleintransporter.
"Die Explosion führte zum Totalschaden des Fahrzeugs. Zudem wurde ein in der Nähe abgestellter Pkw Skoda durch eine herausgeschleuderte Scheibe getroffen und beschädigt. Verletzt wurde niemand. Auf etwa 25.000 Euro wird der Gesamtschaden beziffert", teilte die Polizei mit.
In Flöha in der Rudolf-Breitscheid-Straße fanden Passanten einen schwer verletzten Mann (40). Der Deutsche hatte dort offenbar mit Gas einen Zigarettenautomaten aufgesprengt und sich dabei schwer verletzt.
Eine 50-Jährige erlitt in Limbach-Oberfrohna Verbrennungen dritten Grades. Die Frau wurde laut Polizei von einem Feuerwerkskörper am Hals getroffen, woraufhin ihre Haare Feuer fingen. Die Frau erlitt schwere Verbrennungen und wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht.
"Bei Eintreffen der Polizei standen mehrere abgebrannte, handelsübliche Feuerwerksbatterien auf dem Boden. Augenscheinlich wurden diese bestimmungsgemäß verwendet. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass es sich um einen Querschläger handelt, welcher die Frau traf", heißt es abschließend von der Polizei.