Polizei greift in Chemnitz durch: Offensive gegen Dealer und Trinker

Täglich ab 16 Uhr (Wochenende: 17 Uhr) bis in die Nacht patrouillieren 16 bis 20 Beamte der Polizei und zwei bis drei Mitarbeiter der Stadt vom Rosenhof bis zum Schillerpark - zusätzlich zu normalen Streifen.
"Unser Ziel ist es, Problemgruppen anzusprechen, bevor es zu Delikten kommt", sagt Polizeioberkommissar Patrick Zabel (33).
Die Idee kam auf nach den gewalttätigen Übergriffen in der Chemnitzer City vor zwei Wochen. "Wir wollen zur Beruhigung beitragen und den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit geben", hofft Zabel.
Ein Ziel ist der Stadthallenpark, als Drogenumschlagplatz verrufen. Dilawar (21) musste seine Taschen ausleeren. Sonnenbrille, Handy, Kopfhörer, Maske, Adidas-Gürteltasche. "Alles in Ordnung", bescheinigt ein Polizist. "Sie können gehen."
Doch Dilawar ist sauer: "Ich habe nichts getan, musste mich aber in aller Öffentlichkeit bis auf die Unterhose ausziehen. Das geht so nicht."
Patrick Zabel kann den Unmut verstehen: "Wir werden die Kritik auswerten." Auch ein Fahrradfahrer beobachtet die Szene, meint: "Solange mich die Polizei in Ruhe lässt, finde ich die Kontrollen okay."
Vor allem um Trinker kümmert sich der Ordnungsdienst. "Diese Leute erleben wir täglich", sagt Sebastian Gebhard (33). "Meist reicht eine Belehrung. Renitente Trinker bekommen schon mal ein Ordnungsgeld."


Bis in den September soll die Kontroll-Offensive laufen.
Titelfoto: Uwe Meinhold