Chemnitz - Einbrecher drangen über das Dach in die Kaufland-Filiale in Mittweida ein, knackten einen Geldautomaten und ließen die Geldkassette mitgehen. Vor dem Chemnitzer Amtsgericht musste sich ein mutmaßliches Mitglied am Donnerstag verantworten.
Es waren Szenen, die an den Sparkassen-Raub von Gelsenkirchen im Dezember erinnern: Nachdem sie über das Dach eingestiegen waren, "zerstörten sie gezielt eine Trockenbau-Wand und griffen einen auf der genau gegenüberliegenden Seite befindlichen Geldautomaten der Volksbank Mittweida an", so die Staatsanwaltschaft über den Coup im September 2024.
Der Angeklagte und ein Mittäter sollen die Rückwand des Automaten mit schwerem Gerät aufgeschnitten haben. Dabei klauten die Diebe eine Geldkassette (Inhalt: 62.000 Euro), der Sachschaden beträgt 80.000 Euro. Einige Scheine ließen die Langfinger bei ihrer Flucht liegen.
Die entscheidende Frage in diesem Fall lautet: War Astrit K. (34) am Tatort oder nicht? Laut Verteidigerin Christiane Theile ist die Sache klar: "Der Angeklagte hat nichts damit zu tun, ist nicht vor Ort gewesen." Hierzu wurde angeführt, dass Astrit zu dem Zeitpunkt im Ausland gewesen sein soll, um sich in einem Krankenhaus am Bein behandeln zu lassen.
Daraufhin stellte Richterin Gudrun Trautmann (63) die Frage in den Raum, warum die DNA des Kosovaren am Tatort gefunden wurde. Für weitere Fragezeichen sorgte das Fehlen des Arztes, der den Angeklagten angeblich behandelt haben soll.
Das Verfahren wurde am Donnerstag ausgesetzt. Das Gericht fordert einen Facharzt an, um das Alter der Narbe am Bein des Angeklagten exakt zu bestimmen.