Bufdis löschen Brand in Seniorenresidenz: "Es war ein extremer Zufall, dass wir hier waren"

Chemnitz - Sie wollten in ein Café gehen, wurden jedoch zu Rettern: Sechs junge Menschen handelten blitzschnell als sie Qualm aus dem Fenster kommen sahen. In dem Pflegeheim in der Salzstraße in Chemnitz war am Donnerstagabend ein Brand ausgebrochen. Obwohl eine Person starb, verhinderte die Gruppe wohl Schlimmeres.

V.l.: Magda (18), Maja (19), Vincent (19), Clemens (19) und Jeremy (19) waren mit Elsa (19) zufällig zur Stelle, als es brannte.  © privat

"Es war ein extremer Zufall, dass wie hier waren", sagt Clemens (19). Denn ein Workshop brachte ihn sowie Maja (19), Magda (18), Vincent (19), Elisa (19) und Jeremy (19) ihres Bundesfreiwilligendienstes von Dresden nach Chemnitz.

Die Gruppe wollte den Donnerstag in einem Café bei der Seniorenresidenz ausklinken lassen. "Auf dem Weg vom Schloßteich dorthin haben wir gesehen, dass ein Fenster gequalmt hat - immer schlimmer und doller", erzählt Vincent. Die Gruppe rief geistesgegenwärtig die Feuerwehr.

"Und dann haben wir uns entschieden, reinzurennen und den Menschen zu helfen." Hier Ziel: Möglichst viele Menschen außer Gefahr bringen.

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Mutig, doch genau ihr Element: Denn die jungen Leute sind Rettungssanitäter und wollen nach dem Bufdi im Rettungsdienst arbeiten.

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19-Jähriger löscht Brand

Der Brand sorgte für einen Großeinsatz auf der Salzstraße.  © Jan Härtel

Clemens rannte zum Brand im zweiten Obergeschoss. Dort evakuierte er gemeinsam mit zwei Schwestern Bewohner im betroffenen Flur. Dann ging er mit einer Schwester und einem Feuerlöscher in der Hand in das Brand-Zimmer.

"Ich habe dann den Patienten im Rollstuhl sitzen sehen. Er sah leblos aus. Ich habe kurz gezögert", erinnert sich der 19-Jährige.

"Er hat, soweit ich mich erinnern kann, oben etwas gebrannt", der junge Mann fasst sich an die Schulter.

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"Und unter dem Rollstuhl hat es definitiv gebrannt. Und dann habe ich einfach den Feuerlöscher draufgehalten."

Nach zwei langen Stößen verließ er mit der Schwester wieder das Zimmer, um eine Rauchgasvergiftung zu vermeiden.

Gruppe versorgt Bewohner

Die Feuerwehr evakuierte die Bewohner der Seniorenresidenz per Drehleiter.  © Jan Härtel

Gegenwärtig versorgten die jungen Rettungssanitäter die Bewohner. "Maja hat zum Beispiel geschaut, ob Anzeichen für eine Rauchgasvergiftung vorliegen", sagt Clemens.

"Die Bewohner dachten auch, es ist nur ein Fehl- oder Probealarm", ergänzt Magda. "Die konnten wir auch gar nicht so leicht sie vom Ernst der Lage überzeugen."

Die gerufenen Rettungskräfte checkten nochmal die Bewohner: Insgesamt sieben mussten versorgt werden. Drei von ihnen kamen ins Krankenhaus. Auch die Gruppe wurden nach ihrem Einsatz vom Kriseninterventionsteam betreut.

"Wir sind mit gewissen Situationen vertraut, trotzdem war das für uns etwas Neues", räumt Clemens ein.

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