Chemnitzer Friedenspreisträger Arba Manillah: "Ohne Liebe funktioniert das Leben nicht"

Chemnitz - Neun Menschen trommeln und singen in einem engen Raum voll bunt bemalter Tücher zu dem afrikanischen Lied "Malaika" (Mein Engel). Ein Mann mit auffälligem farbenfrohen Hut auf dem Kopf gibt den Takt vor. Arba Manillah (42) leitet gerade mit Mitgliedern seiner Band "Mambo Vipi" einen Trommelworkshop am Kulturhaus Arthur auf dem Chemnitzer Kaßberg. Ein Besuch beim frisch gekürten Gewinner des Chemnitzer Friedenspreises.

Der engagierte Musiker Arba Manillah (42) gab TAG24 Einblicke in seine Arbeit.
Der engagierte Musiker Arba Manillah (42) gab TAG24 Einblicke in seine Arbeit.  © Ralph Kunz

Arba Manillah kommt ursprünglich aus Tansania, zog 2003 wegen Freunden aus Deutschland nach Leipzig. Seit gut neun Jahren lebt der ununterbrochen lächelnde Afrikaner in Chemnitz - mit deutscher Frau und drei Kindern.

"Anfangs habe ich im Turmbrauhaus als Koch gearbeitet, aber das hat mir später keine Freude mehr gemacht." Der leidenschaftliche Musiker begann eine Ausbildung zum Erzieher, ist seit sieben Jahren in der Kita "Regenbogen" tätig.

2016 rief Manillah in der Stadt den Verein "Kukaye Moto Culture Center" (KMCC) zur Förderung von Kunst und Kultur ins Leben, den es auch in Tansania, Malawi und in Miami gibt.

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"Wir wollen, dass sich die Leute bei uns näher kennenlernen und über ihre unterschiedlichen Kulturen austauschen. Viele Menschen haben Angst vor dem Fremden. Die Lösung ist, sich zusammenzusetzen und darüber zu reden."

Jeden Montagabend leitet Arba Manillah einen Trommelworkshop im Proberaum am Kulturhaus Arthur.
Jeden Montagabend leitet Arba Manillah einen Trommelworkshop im Proberaum am Kulturhaus Arthur.  © Ralph Kunz

"Chemnitz ist in den letzten Jahren auch offener geworden"

Jurymitglied Hartwig Albiro (89. l.) und Kämmerer Ralph Burghart (50, CDU, r.) überreichten Arba Manillah (42) den Chemnitzer Friedenspreis.
Jurymitglied Hartwig Albiro (89. l.) und Kämmerer Ralph Burghart (50, CDU, r.) überreichten Arba Manillah (42) den Chemnitzer Friedenspreis.  © Uwe Meinhold

Einmal im Monat veranstaltet der KMCC deshalb eine Jam-Session beim CVJM Computerclub auf dem Kaßberg.

"Dort kann gemeinsam musiziert, gekocht, getanzt sowie Tischtennis oder Billard gespielt werden. Jeder ist willkommen", sagt Manillah. Der nächste Termin ist am Samstag, 14 Uhr.

Immer Montagabend lädt Arba Manillah außerdem zu dem Trommelworkshop am Kulturhaus Arthur ein. Er organisiert Projekte mit Kindern, Migranten und Behinderten sowie ein alljährliches Reggae-Festival.

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Wegen seiner vielen Freunde fühle er sich in der Stadt wohl, auch wenn er hier schon Rassismus begegnet sei. "Mir ist es wichtig, solche Sachen zu verzeihen. Chemnitz ist in den letzten Jahren auch offener geworden."

Manillah ist sich sicher: "Ohne Liebe funktioniert das Leben nicht."

Titelfoto: Ralph Kunz

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