Chemnitzer Industriemuseum sucht nach verborgenen MITROPA-Schätzen

Chemnitz - Hier kommen Nostalgie- und Geschichtsfans auf ihre Kosten: Das Industriemuseum Chemnitz plant ab November eine Ausstellung über das Unternehmen MITROPA. Dafür suchen die Macher nach Sammlern und Zeitzeugen.

Carola Hütcher (45, l.) und Anett Polig (54) mit einer MITROPA-Leuchtreklame.  © Kristin Schmidt

Ein Chemnitzer MITROPA-Sammler hat bereits seinen kompletten DDR-Nachlass dem Industriemuseum zur Verfügung gestellt: Sonnenschirme, Geschirr, Leuchtreklame, Besteck, Kühltruhen und vieles mehr.

Auf 600 Quadratmetern und unter anderem mit Themengebieten wie "Gastronomie" und "Design" soll die Sonderausstellung "MITROPA - Zwischen Bahnsteig und Besteck" (13. November 2026 bis 25. April 2027) zum Leben erweckt werden.

Laut der stellvertretenden Museumsleiterin Anett Polig (54) wird der Besucher in einen imaginären Speisewagen geführt. Dort werden ihm verschiedene MITROPA-Objekte präsentiert: "Originalobjekte, historische Speisekarten, Uniformen, Werbegrafiken und Erinnerungsstücke lassen diese besondere Reisekultur wieder lebendig werden", so das Industriemuseum.

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Dazu bittet das Museum um Hilfe: "Wir sind alle ein Stück weit mit MITROPA aufgewachsen. Es spiegelt stark die DDR-Geschichte und die Reisegeschichte", erklärt Anett Polig. Jene Erfahrungen von Menschen sowie Objekte wie Speisekarten, Uniformen und Geschirr sollen in die Ausstellung integriert werden.

Wer daheim MITROPA-Gegenstände oder eine persönliche Geschichte zu dem Unternehmen hat, soll sich bis 14. September unter presse@industriemuseum-chemnitz.de oder unter der Nummer 0371/3676135 melden.

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Dieses MITROPA-Geschirr stammt aus den 1960er-Jahren.  © Kristin Schmidt
Auch ein Sonnenschirm ist bereits im Sortiment des Museums.  © Kristin Schmidt

Gut schlafen und speisen seit 1916

Ein MITROPA-Speisewagen um 1930. (Archivfoto)  © IMAGO/TT

MITROPA ist die Abkürzung für MITteleuROPäische Schlafwagen- und Speisewagen-Aktien-Gesellschaft. Sie wurde 1916 mitten im Ersten Weltkrieg gegründet. Die Firma etablierte sich in der Zeit der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus als Aushängeschild für hochwertige Speisen.

Nach dem Krieg wurde MITROPA in der DDR weitergeführt. So gab es neben den Speisewagen auch MITROPA-Imbissbuden und Restaurants auf den Bahnhöfen.

Typische Gerichte - vor allem in der Blütezeit von 1970 bis 1980 - waren Soljanka, Würzfleisch, Steak au four sowie Eisbecher und Pudding zum Nachtisch.

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Nach der Wende wurde MITROPA mit der Deutschen Bahn fusioniert und 2006 endgültig aufgelöst.

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