Chemnitz - In Chemnitz startet am Mittwoch Deutschlands größtes Theaterfestival: "Theater der Welt". Dabei sind 28 Nationen, die insgesamt 33 Produktionen auf die Bühne bringen.
Inhaltlich geht es um die großen Fragen unserer Zeit: Herkunft, Identität und Macht. Gespielt wird unter anderem in der Oper, am Theaterplatz, in der Hartmannfabrik und im Spinnbau. Dort wurde bis zuletzt gewerkelt.
In der neu eingerichteten Halle 2, in der Etage über dem Ostflügel, bereiten die Künstler Mia Rushton (44) und Eric Moschopedis (47) ihre Installation "In a Strange Place" vor.
"Man spürt hier die Geschichte", sagt Moschopedis begeistert. Für ihr Werk luden sie 150 Waldhüter ein, ihre Arbeit ohne Worte vor einer Kamera darzustellen.
Die Beteiligten tragen dabei Masken: "Wir stellen sie uns als Kreaturen eines zukünftigen Waldes vor", so Rushton. Die Installation läuft auf neun Bildschirmen gleichzeitig. Jeder TV zeigt einen anderen Ausschnitt.
Spinnbau-Garten zum Festivalzentrum umgestaltet
Nur wenige hundert Meter entfernt steht die "Halle 5" - eigens für das Festival umgebaut. "Einige Inszenierungen haben genau nach solchen Orten gesucht", erklärt Raj Ullrich (62), Technischer Leiter der Theater Chemnitz.
Der Look ist roh, erinnert an Fabrikkomplex statt Theater. "Es riecht noch nach Industrie und Öl." Die Bühne steht mitten im Raum, die Zuschauer sitzen rundherum.
Hier zeigt Regisseur Tian Gebing (63) mit dem chinesisch-deutschen Paper Tiger Theater Studio die Performance "Luftmasse". Das Stück hat er an die Gegebenheiten der Halle angepasst. Inhaltlich geht es um eine Welt ohne klare Antworten - und wie Fantasie zum Widerstand gegen Zweifel werden kann.
Ein weiteres Highlight ist der ehemalige Garten des Spinnbaus, der zum Festivalzentrum umgestaltet wurde. "Wir haben eine grüne Lunge geschaffen", sagt Ullrich. Besucher erwartet ein ungewöhnliches Ambiente mit Springbrunnen, Wassernebel und Lichtinstallationen. Ab 16 Uhr finden dort Diskussionen und Partys statt.