Chemnitz - Was im Juli vor drei Jahren mit einer alten Telefonzelle startete, ist mittlerweile Engagement in der Stadt Chemnitz - für Lesekultur, Sprache und Kinder.
Vor drei Jahren stellte Linguistin Ursa Rüffer (45) mit Unterstützung von Freundinnen einen Bücherschrank, gebaut aus einer Telefonzelle, an der Weststraße 49 vor dem Biomarkt auf. "Wir wollen sicherstellen, dass alle Menschen Zugang zu Literatur haben", sagt Rüffer.
Täglich kümmern sich Vereinsmitglieder um den Schrank, räumen auf.
Dabei erleben sie auch kuriose Geschichten: "Freikirchen legen uns fast jeden Tag Bibeln in den Schrank. Die räumen wir immer wieder raus - und die freuen sich wahrscheinlich, dass alle weg sind", erzählt Rüffer lachend.
Nicht immer geht es so harmlos zu. Das Team hat sogar schon Bücherdiebe auf frischer Tat ertappt.
Auch Schreibwettbewerbe für Kinder und Jugendliche werden organisiert
Inzwischen sind die "Bücherhelden" ein eingetragener, ehrenamtlicher Verein. Neben dem Bücherschrank organisieren sie Schreibwettbewerbe für Kinder und Jugendliche.
"Mal gibt es ein bestimmtes Thema, mal schreiben die Kinder Gedichte oder Kurzgeschichten", erklärt Rüffer.
"Es macht ihnen richtig Spaß, sich an den Geschichten auszutoben."
Nachdem der zweite Geburtstag ausgefallen ist, soll der dritte richtig pompös werden, sagt Rüffer. Dabei sind drei regionale Autoren: Annemie Lang mit ihrem Debütroman, Alexander Büttner und seine Fantasywelt "Aqulieria" sowie Silke Weizel, die aus ihrem Gedichtband "zwischen menschen und dingen" liest. Dazu gibt es Live-Musik.