Granatsplitter und Co. aus Luftschutzbunker-Zeit: Chemnitzer spendet Sammlung
Chemnitz - Nach einem Einbruch standen die Gewölbegänge Chemnitz mit fast leeren Vitrinen da. Jetzt kehren neue Ausstellungsstücke ein.
Möglich macht das René Bergmann. "Ich war bei einer Führung erschrocken, wie wenig da ist. Dabei gehören die Sachen aus Luftschutzraum-Zeiten hier rein."
Im März 2021 schlugen Diebe zu: "Sie haben alles von Wert mitgehen lassen", erinnert sich Schatzmeisterin Jessica Grünzig (42). Originalverpackte Gasmaske, Stahlhelm - alles weg. "Schade, dass sich Leute daran bereichern", findet Bergmann.
Die Gänge wurden vor etwa 500 Jahren als Bier- und Weinlager in den Kaßberg getrieben. Während des Zweiten Weltkriegs waren sie öffentliche Luftschutzräume.
Wegen dieser großen historischen Bedeutung stellt Bergmann die Stücke aus seiner privaten Sammlung zur Verfügung. "Das ist keine Verherrlichung. Es geht um Aufklärung."
Highlight: Eine fast neue Uniform eines Luftschutzwarts
Zu den Spenden gehört ein großer Granatsplitter, der in Chemnitz gefunden wurde. Außerdem Essgeschirr, das aus Granathülsen gefertigt wurde. Das Highlight: eine fast neue Uniform eines Luftschutzwarts. Besonders außergewöhnlich sind alte Bunkerlichter.
"Damit das spärliche Licht freundlicher war, haben sie farbige Folie drumherum gemacht."
Bergmann ist überzeugt, die Objekte sind beim Gewölbegänge e. V. in guten Händen. Er hofft, "dass das ein Anreiz für andere ist, ihre Gegenstände herzutragen".
Der Verein freut sich nun, pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum die Ausstellung neu gestalten zu können. Die Herausforderung: künftig alles möglichst diebstahlsicher präsentieren.
Titelfoto: Uwe Meinhold

