Neubau oder Sanierung? Neues Chemnitzer Schauspielhaus wird noch viel teurer!

Chemnitz - Als im Jahr 2016 klar wurde, dass der Brandschutz im alten Schauspielhaus an der Zieschestraße in Chemnitz nicht mehr ausreicht, war ein erstes Gutachten von 5 Millionen Euro ausgegangen. Die veranschlagten Kosten für eine Sanierung stiegen immer weiter. Bei 34 Millionen Euro im Jahr 2024 stoppte das Rathaus alle Sanierungspläne - völlig unklar, wo so viel Geld herkommen sollte.

"Aus" fürs Schauspielhaus? Theater und Rathaus favorisieren den Standort Spinnbau.  © Uwe Meinhold

Am Donnerstag legten die Verantwortlichen erstmals konkrete Pläne und Zahlen auf den Tisch, was sowohl Alt-Sanierung also auch Neubau im "Kultur-Quartier Spinnbau" kosten. Sicher ist: Es wird noch viel teurer!

Für eine konkrete Kostenschätzung beauftragte die Stadtverwaltung die Dresdner Beratungsagentur Drees & Sommer. Deren Ergebnis: Der Neubau eines Schauspielhauses auf dem Areal des Spinnbaus würde 56 Millionen Euro kosten. Hinzu kommen 14 Millionen Euro für einen zweiten Neubau, damit alle Werkstätten ebenfalls zum Spinnbau ziehen können, sowie weitere 5 Millionen Euro für Umbauten von Lagern und Proberäumen.

Das eigentliche Spinnbau-Gebäude muss weiter gemietet werden. Insgesamt würden sich die jährlichen Nutzungskosten im "Kultur-Quartier Spinnbau" auf knapp 2 Millionen Euro belaufen.

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Dem gegenüber stehen Sanierungskosten von nunmehr 50 Millionen Euro, um das alte Schauspielhaus wieder flottzumachen. Inklusive Umbau und Erweiterungen kommt das Ingenieurbüro auf 69 Millionen Euro, zuzüglich weiterer 12 Millionen Euro für die Sanierung von dann weiter benötigten Außenstandorten.

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Es wird immer teurer: Das alte Schauspielhaus zu sanieren, würde mindestens 50 Millionen Euro kosten.  © Uwe Meinhold

Unvorhersehbare Folgekosten bei einer Sanierung befürchtet

Baubürgermeister Thomas Kütter (49, parteilos, v.l.), Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos) und Generalintendant Christoph Dittrich (59) stellten den aktuellen Planungsstand vor.  © Uwe Meinhold

Perspektivisch werde es nur noch teurer, warnt Baubürgermeister Thomas Kütter (49, parteilos), "wegen der Baukosten-Steigerung um mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr".

Bei einer Sanierung befürchtet er zudem unvorhersehbare Folgekosten: "Was hinter der Wand ist, sehen wir erst, wenn wir sie öffnen."

Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos) hofft, vom Stadtrat grünes Licht für die Neubaupläne am Spinnbau zu bekommen: "Vor der Sommerpause wollen wir eine Grundsatzentscheidung haben."

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Generalintendant Christoph Dittrich (59) sieht im Vorhaben, alle Theaterstandorte (außer Opernhaus) künftig am Spinnbau zu bündeln, langfristig enorme Vorteile: "Chemnitz hat die Chance, künftige Investitionsbedarfe vorwegzunehmen."

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