Alte Textima-Fabrik in Chemnitz: Nachbarn verärgert über Schandfleck

Chemnitz - Auf der Chemnitzer Textima-Brache hat es erneut gebrannt. Augenzeugen zufolge hatten Unbekannte am Sonntagnachmittag im zweiten Stockwerk der ehemaligen Fabrik Unrat und Müll angezündet. Die Feuerwehr wurde gegen 16 Uhr in die Annaberger Strasse gerufen.

Müll, wohin man schaut. Hier ein Eingang der ehemaligen Großfabrik.
Müll, wohin man schaut. Hier ein Eingang der ehemaligen Großfabrik.  © Ralph Kunz

Das Gebäude steht seit vielen Jahren leer und sollte spätestens 2020 abgerissen sein. Dem vorausgegangen war eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen, darunter fehlende kommunale Eigenanteile für Fördermittel.

Beispiel: Die Stadt wollte unter anderem 2013 aus dem Förderprogramm für regionale Entwicklung (EFRE) Geld beantragen, scheiterte aber an ihren Haushaltslöchern.

Für viele Anlieger und Nachbarn ist der Zustand untragbar geworden. Darunter Galina Grauer (29), die "um die Ecke" in der Rößlerstraße das Beauty- und Wellnessstudio "Wolke 7" betreibt. "Das ist eine hässliche Ecke, da muss was passieren. Da könnte man mehr draus machen", sagt sie.

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Und Stadtentwicklungsexperte Dieter Füsslein (82, FDP) findet, dass die Ertüchtigung einer solchen Ruine Vorrang vor ungewissen Neubauprojekten haben sollte.

Der Gebäudekomplex wurde 1924 als Nadel- und Platinenfabrik errichtet. Hier wurden zunächst Rechenmaschinen gefertigt. Zu DDR-Zeiten gehörte die Fabrik zum "Textima-Kombinat".

Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz am Sonntagnachmittag vor dem Fabrikgelände.
Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz am Sonntagnachmittag vor dem Fabrikgelände.  © Haertelpress
Nachbarin Galina Grauer (29) findet den Zustand der Brache beschämend.
Nachbarin Galina Grauer (29) findet den Zustand der Brache beschämend.  © Ralph Kunz

Insgesamt verfügt die ehemalige Fabrik über 7000 Quadratmeter Nutzfläche. Sie ist nicht denkmalgeschützt.

Titelfoto: Ralph Kunz

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